Ausgabe Dez. 2013, Walter Bucksch, www.volkstanzkreis-freising.de

 

 

Der rote Hanikl
(Haniggl)
(Hanichl)

 

 

Schrittfolge |: WW DD WW DD WW DD WW DD :| 2 mal, dann
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Erläuterungen Auf der CD "Kennst dem" mit dem Niederbayerischen Musikantenstammtisch vom April 2012 wird die Eingangssequenz nur einmal gespielt.
Im Buch "Das alte Dorf" von Franziska Hager und Hans Heyn aus dem Verlag Rosenheimer von 1977 beschreiben die Autoren, daß zur Aufzucht von Kletterbohnen "Hanichln", also Bohnenstangen, verwendet wurden. Dies entspricht der Bedeutung, die im Bayerischen Wörterbuch "Schmeller" in Band 1, Seite 1114 gegeben wird. Zitat:     Ein verdorrtes Fichtenstämmchen von höchtens 6-15 Schuh Länge, wie man es gewöhnlich zu einer gewissen Art Zaunes (dem Hanichelzaun), oder zum Aufbinden von Bohnen und Erbsenpflanzen und dergleichen gebraucht.     Zitat Ende.
Ein Zeitungsartikel (Autor Bezirksheimatpfleger von Oberbayerrn, Norbert Göttler) nannte unter dem Stichwort "Unser Bairisches Wort" ein armseliges, unterständiges Bäumchen ein "Haniggl", also einen Kümmerer, der nicht so recht wachsen wollte. Auch mancher schmalbrüstige Bursch mußte sich nach der gleichen Quelle nachsagen lassen, er sei ein rechter "Haniggl". Das Wort "Hanikl" dürfte wohl nur eine andere Schreibweise für "Haniggl" oder "Hanichl" sein.
Weiter heißt es in dem Artikel von Norbert Göttler, daß eine Sache, die entstellt oder verhunzt war "verhunagelt" oder "verhohnackelt" sei. Er meint, daß die Begriffe wohl irgendwie zusammen gehören.
Musikbeispiel Die Hörprobe spielt Willi Bauer, Passau
Musikquelle CD MK.WK150.2 erhältlich über www.isartaler-volkstanzkreis.de
Bei dieser Aufnahme singt Wolfgang A. Mayer.
Verbreitungsgebiet Bayerischer Wald, nördlich von Deggendorf
Zeitliche Zuordnung 1932
Aufzeichnung Sammlung Anton Bauer, Freising
Quelldatei CD183
Liedtext Willi Bauer:
|: Suach ma amoi, suach ma amoi Hanikl,
Suach ma amoi, suach ma amoi Hanikl,
Suach ma amoi, suach ma amoi Hanikl,
Suach ma amoi, suach ma amoi Hanikl, :|
|: Wern ma scho no oi findn,
Wern ma scho no oi findn hintn :|
Wern ma scho no oi, wern ma scho no oi findn hint'. :|
 
Textquelle [4]   bei den Hinweisen zu den Zwiefachen