Ausgabe März 2010, Walter Bucksch, www.volkstanzkreis-freising.de

Bielitzer Mühle.

Tänze, bei denen Kontrafiguren und Walzer miteinander verflochten sind, waren von England über Norddeutschland bis zu den deutschen Sprachinseln des heutigen Polens und Rumäniens verbreitet. Die Bielitzer Mühle, ein Sprachinseltanz, zählt auch wohl zu diesen. Sie stammt aus Oberschlesien, das heute zu Polen gehört. In Bielitz ist das Deutschtum bei allen Wirren der politischen Verhältnisse durchgehend seit den 13. Jahrhundert bis 1945 nachweisbar.
Ich habe die Bielitzer Mühle während einer Tanzwoche in Kärnten, am Turner See, im Jahre 2001 kennengelernt. Bei uns in der Gegend habe ich sie noch nicht gesehen. Über Veröffentlichungen, Verbreitung und Alter des Tanzes ist mir nichts bekannt.
Musikquelle:  Lehrgangs-MC.
Tanzbeschreibung
Je zwei Paare stehen sich auf der Kreisbahn im Abstand von ein bis zwei Schritten gegenüber. Paar 1 blickt in, Paar 2 gegen Tanzrichtung. Bursch und Dirndl stehen nebeneinander, sie rechts von ihm, die Innenhände sind gefaßt, die anderen hängen zwanglos herab. Die musikalische Einleitung ohne Tanzbewegung abwarten.
Takt Schritte und Bewegungen
1. Figur: Mühle links- und rechthändig.
1-3 Am Ende der musikalischen Einleitung bilden die Paare einer Gruppe einen linkshändigen Stern, indem jeder mit der linken Hand das Handgelenk des vorderen Dirndls oder Burschen ergreift. Die rechten Hände hängen locker herab. In dieser Haltung machen alle 6 kleine, normale Gehschritte vorwärts. Die linken Füße beginnen. Die Mühle dreht sich gegen den Uhrzeigersinn  um die gemeinsame Achse. Am Ende von Takt 3 lösen die Tanzenden die Handfassung.
4,5 Alle klatschen dreimal in die eigenen Hände, wenden sich eine halbe Drehung gegen den Uhrzeigersinn  und bilden einen rechtshändigen Stern, indem jeder mit der rechten Hand das Handgelenk des vorderen Dirndls oder Burschen ergreift. Die linken Hände hängen locker herab.
6-8 In dieser Haltung machen alle 6 kleine, normale Gehschritte vorwärts; die Mühle dreht sich im Uhrzeigersinn . Am Ende von Takt 8 lösen die Tanzenden die Handfassung.
9,10 Alle klatschen dreimal in die eigenen Hände, wenden sich eine halbe Drehung im Uhrzeigersinn  und bilden wieder einen linkshändigen Stern.
11-20 Die links- und rechthändige Mühle werden noch einmal wiederholt, wie in den Takten 1-10 beschrieben. Am Ende von Takt 20 nehmen die Paare geschlossenen Rundtanzfassung (Körblfassung) ein.
2. Figur: Walzer zum nächsten Paar.
1-16 Es folgen zweimal acht Takte langsamer, ausgetreter Walzer in geschlossener Rundtanzfassung. Dabei umrunden sich die Paare gegenseitig einmal gegen den Uhrzeigersinn  und tanzen dann zum nächsten Paar auf der Kreisbahn weiter. Die Paare 1, die zu Beginn des Tanzes die Front in Tanzrichtung hatten, finden dabei in Tanzrichtung, die anderen Paare 2 gegen Tanzrichtung ein anderes Paar, mit dem eine linkshändige Mühle gemäß Figur 1 gebildet wird.

Damit ist ein Durchgang beendet. Der Tanz kann beliebig oft wiederholt werden.