Ausgabe Feb. 2009, Walter Bucksch, www.volkstanzkreis-freising.de

Doppelter Dreher

Der Doppelte Dreher wurde 1933 in St. Nikolaus bei Ebbs im tirolischen Unterland, in der Nähe von Kufstein am Kaisergebirge, aufgeschrieben. Die Melodie zählt zu den Mazurkaformen, der Tanz selber ist eine landlerische Form. Es ist typisch für Tirol, daß zu einigen Mazurkaformen zwar die Masolka-Melodie gespielt, aber ein oder zwei Landlerfiguren dazu getanzt werden. Der Doppelte Dreher ist eine solche Besonderheit.
Musikquelle: CD3 "Volksweisen aus Tirol", CD 350912; LC8453.
Bezugsquelle: Tyrolis Muskverlag, D-82481 Mittenwald, Klammstraße 27.
Tanzbeschreibung
Bursch und Dirndl stehen voreinander auf der Kreisbahn, er blickt in, sie gegen Tanzrichtung (Flankenkreis). Der Bursch hält mit der rechten die linke Hand vom Dirndl und legt sie in Hüfthöhe an ihre linke Seite in den Rücken. Die anderen Hände liegen gefaßt links in Hüfthöhe an seinem Rücken (Wiener Fassung). Der Tanz ist im ¾ Takt, es werden aber pro Takt drei kurze Gehschritte gemacht. Vorspiel, sofern vorhanden, abwarten.
Takt Schritte und Bewegungen
Einleitungsfigur
1-4 Walzer Rundtanz in Wiener Fassung. Er sollte so enden, daß der Bursch in Tanzrichtung blickt.
5,6 Er löst die Fassung der linken Hand, hebt die rechte mit der gefaßten linken vom Dirndl und dreht sie einmal gegen den Uhrzeigersinn .
7,8 Der Bursch dreht sich einmal unter seinem rechten und ihrem linken Arm im Uhrzeigersinn . Am Ende stellen sich die Tanzenden zur linksschultrigen Mühle auf. Die linken Arme sind in Brusthöhe gestreckt, die rechten angewinkelt (Wirbelfassung). Er blickt in Tanzrichtung.
Dreherfigur, beim ersten Mal.
1-6 In der linksschultrigen Mühlenfassung kreist das Paar gegen den Uhrzeigersinn  zweimal um die gemeinsame Achse. Die Drehung endet so, daß er in Tanzrichtung blickt.
Während dieser Drehung, etwa im dritten oder vierten Takt, wechselt der Bursch die Haltung des linken Armes: Er löst die linke Handfassung, legt seine linke Hand unter dem linken Dirndlarm ihr in den Rücken und ergreift ihre in den Rücken gelegte rechte Hand wieder.
Es gibt eine Variante zu dem Handwechsel, die Auswirkungen auf die Armführung in den nächsten Takten hat, auf die ich hier nicht eingehe.
7,8 Der Bursch hebt seine rechte Hand mit der gefaßten linken vom Dirndl, geht durch das entstandene Tor und macht hinter dem Dirndl, Rücken an Rücken, einen Platzwechsel. Dabei hebt er seine linke Hand mit ihrer gefaßten rechten in Kopfhöhe und streckt den rechten Arm mit ihrer gefaßten linken Hand waagerecht aus.
Er hebt seine linke Hand über seinen Kopf nach vorn und dreht das Dirndl einmal gegen den Uhrzeigersinn  vor sich. Die Bewegung ist leichter, wenn er sich ihr bei Beginn ein wenig im Uhrzeigersinn  zuwendet. Anschließend senkt er die linke und hebt die rechte Hand mit den jeweils gefaßten Dirndlhänden, dreht sie ein zweites Mal gegen den Uhrzeigersinn  und führt sie auf seine linke Seite. Es ergibt sich auf diese Weise wieder die Haltung, die am Ende des 6. Taktes, also zu Beginn der doppelten Dreherfigur, eingenommen war: Die linken Arme sind seitwärts gestreckt. Seine linke Hand hält ihre rechte an ihrem Rücken; seine rechte Hand faßt ihre linke vor seiner Brust.
Die Dreherbewegungen sind zu Anfang ungewohnt und es ist wohl sinnvoll, sich zunächst schon in Takt 5 oder 6 zu beginnen.
Dreherfigur, alle Wiederholungen.
1-6 In der linksschultrigen Mühlenfassung kreist das Paar mit Gehschritten gegen den Uhrzeigersinn  um die gemeinsame Achse, ohne die Arm- bzw Handhaltungen zu verändern. Das Kreisen endet so, daß er in Tanzrichtung blickt.
7,8 Dreherfigur wie in den Takten 7 und 8 beim ersten Mal beschrieben.

Der Tanz fährt fort mit dauernder Wiederholung des Dreherteiles wie in den Takten 1-8 bei "Dreherfigur, alle Wiederholungen" beschrieben.