Ausgabe November 2012, Walter Bucksch, www.volkstanzkreis-freising.de

Duschlpolka aus Lalling

Von der Tanzgattung "Duschlpolka" gibt es unzählige Varianten mit unterschiedlichen Namen und Herkunftsbezeichnungen wie z.B. "Duschlpolka aus Rinchnach", "Duschlpolka aus dem Vilstal", "Duschlpolka aus Wotzdorf", "Dätscher", "Bregenzer", "Fingerlpolka", "Spitzbuampolka" und viele andere. Manche der Tänze haben einen mimischen Teil, andere nicht. Die "Duschlpolka aus Lalling" hat Wofgang A.Mayer vom Institut für Volkskunde in München im Oktober 1984 auf einem Seminar in Marktredwitz vorgestellt, bei dem Max Rottenfußer die Musik auf der Steirischen gespielt hat. Lalling liegt etwa 13 km südlich von Regen im Bayerischen Wald. Diese Duschlpolka hat keinen mimischen, aber einen Paschteil, der der Duschlpolka aus dem Vilstal sehr ähnlich ist. Beim Nachtanz können Polka oder Walzer getanzt werden. In unserer Gegend habe ich diesen Tanz noch nicht gesehen. Der Figurenteil ist im 2/4 Takt, der Nachtanz kann im 3/4 oder 4/4 Takt stehen. Die Musik des Paschteils ist sehr langsam.
Musikquelle:  Lehrgangs-CD mit Max Rottenfußer (beide Versionen).
Tanzbeschreibung
Beliebig viele Tanzpaare auf der Kreisbahn. Bursch und Dirndl stehen sich ohne Fassung gegenüber, er mit der Front in Tanzrichtung (Flankenkreis). Musikalische Einleitung ohne Tanzbewegung abwarten.
Takt Schritte und Bewegungen
1. Figur: Paschen mit dem Dirndl.
1 Im ersten Viertel berühren Bursch und Dirndl mit den Fingerspitzen die eigenen Oberschenkel. Im zweiten Viertel berühren sie den eigenen Oberkörper in Brusthöhe.
Alternativ ist es generell auch möglich, daß Bursch und Dirndl auf die eigenen Oberschenkel paschen (wobei das Dirndl den Schlag nur andeutet) und dann einmal vor dem Oberkörper in die eigenen Hände schlagen.
2 Im ersten Viertel schlagen die Tanzenden einmal in Schulterhöhe in die Hände des Partners (der Bursch mit der rechten in die linke Hand des Dirndls und gleichzeitig mit der linken in ihre rechte Hand). Im zweiten Viertel ist Pause, die Hände bleiben aneinander liegen.
3,4 Wiederholung: Berühren der Oberschenkel, des Oberkörpers, einmal in die gleichnamigen Hände des Partners schlagen mit anschließender Pause wie in den Takten 1 und 2 beschrieben.
5 Berühren der Oberschenkel und des Oberkörpers wie in Takt 1 beschrieben.
6 Im ersten Viertel paschen die Tanzenden einmal in Schulterhöhe in die gleichnamigen Hände erst rechts in rechts und dann im zweiten Viertel in die gleichnamigen Hände links in links.
7 Wiederholung: Berühren der eigenen Oberschenkel und des Oberkörpers, wie in Takt 1 beschrieben.
8 Im ersten Viertel schlagen die Tanzenden einmal in Schulterhöhe in die Hände des Partners (rechts in links und und links in rechts). Im zweiten Viertel ist Pause, die Hände bleiben aneinander liegen.
Wofgang A.Mayer zeigte bei einer anderen Veranstaltung die Möglichkeit, daß die Tanzenden im ersten Viertel dreimal schnell hintereinander in die ungleichnamigen Hände des Partners schlagen. Die Pause im zweiten Viertel blieb erhalten.
  Kurzfassung des oben beschriebenen Paschens:
Schenkel, eigen, fremd, Pause.
Schenkel, eigen, fremd, Pause.
Schenkel, eigen, rechts und links.
Schenkel, eigen, fremd, fremd, fremd, Pause.
9-16 Der gesamte Paschteil wird einmal wiederholt, also insgesamt zweimal nacheinander ausgeführt.
  2. Figur: Nachtanz (2 x 8 Takte).
1-16 Der Nachtanz ist, abhängig von der Tanzlmusi, ein Schottisch oder Walzer Rundtanz. Die Musik spielt die insgesamt 16 Schottisch- oder Walzerschritte um einiges schneller als den Paschteil.

Damit ist ein Durchgang der Duschlpolka beendet. Der Tanz beginnt von vorne mit Figur 1: Gegenüberstellung auf der Kreisbahn, paschen mit dem Tanzpartner.
In den Unterlagen zu dem Seminar ist folgender Singtext vermerkt:

Der Schuster wichst sein Draht,
Und wann er koan mehr hat,
Dann wichst er'n auf die Knia, die Knia,
(denn) anders gehts halt nia.