Ausgabe Februar 2007, Walter Bucksch, www.volkstanzkreis-freising.de

Familienwalzer
(Kreis-, Ring- oder Rosenwalzer)

Der Familienwalzer ist weit verbreitet. Man kennt ihn in Dänemark, Deutschland, Österreich, der Schweiz und bestimmt auch in anderen Ländern, wobei er unter verschiedenen Namen wie "Ringwalzer", "Kreiswalzer" oder "Rosenwalzer" auftritt. Roman Maier beschrieb diesen Tanz, Hermann Derschmidt und auch andere, jedoch wird kein Entstehungsjahr oder Fundort genannt.
Achtung: Der Name "Rosenwalzer" bezeichnet auch einen Tanz aus Großschönau im Waldviertel, dessen Figuren dem Marschierboarischen sehr ähnlich sind, der aber mit dem Familienwalzer nichts zu tun hat. Eine Beschreibung dieses "Rosenwalzer" findet man in "Volkstänze aus Niederösterreich I" von Ludwig Berghold, erschienen beim Landesverband der Trachten- und Heimatvereine für Niederösterreich.
Es gibt eine Variante zu der in der Münchner Gegend und auch in Österreich getanzten Form des Familienwalzers, die in Heft zwei, Seite 18, von "Spinnradl, Unser Tanzbuch" Musikverlag Josef Preissler, München, als Form A beschrieben ist. Hier tanzt der Bursch mit dem rechten Dirndl den Walzer und gelangt selbst nach einer Drehung an ihre rechte Seite. Die Form, die der in unserer Gegend getanzten am nächsten kommt, findet man im Buch: "Tänze aus Oberösterreich" Seite 110 (ISBN 3-85393-032-8), von Hermann Derschmidt, Ausgabe von 1985. Der Familienwalzer wird gerne benutzt, um sich zu Beginn eines Tanzabends kennenzulernen oder ihn damit zu beschließen.
Musikquelle: CD5 "Tänze aus Oberösterreich", LC6575, SW010123-2.
Bezugsquelle: OÖ Volksliedwerk A-4020 Linz, Landstraße 31.
Tanzbeschreibung
Burschen und Dirndl stehen paarweise im großen Stirnkreis mit Blick zur Kreismitte. Die Arme hängen zwanglos herab, die Hände sind durchgefaßt. Keine Tanzbewegung während des Vorspiels.
Takt Schritte und Bewegungen
1. Figur: Schwingen und Anschauen.
1 Der Bursch steht auf dem linken Bein und schwingt mit dem rechten leicht über das linke zum "fremden" Dirndl auf seiner linken Seite. Die Dirndl schwingen entsprechend mit dem linken Bein über das rechte zum "fremden" Burschen. Die Knie werden angewinkelt, die Fußspitzen nähern sich einander. Bei dieser Bewegung führt der Bursch seine linke Hand mit der gefaßten rechten des linken Dirndls kreisauswärts und die rechte Hand entsprechend kreiseinwärts. Auf diese Weise wenden sich Burschen und Dirndl mit ihren Oberkörpern zueinander und schauen sich an.
2 Gegengleiche Bewegung: Die Burschen schwingen mit den Beinen links über rechts, führen ihre rechten Hände kreisauswärts und die linken kreiseinwärts, wenden sich den Dirndln an ihrer rechten Seite zu und schauen sie an. Die Dirndl machen die Bewegungen gegengleich.
3,4 Bewegungen wie in den Takten 1 und 2 beschrieben. Man schwingt also insgesamt zweimal zum "fremden" und zweimal zum "eigenen" Partner.
Die Tanzenden sollten darauf achten, sich wirklich einander zuzuwenden und sich freundlich ins Gesicht zu schauen, denn das macht den Reiz dieses Tanzes aus. Das Schwingen mit den Beinen sollte dezent sein.
2. Figur: Walzer.
5 Der Bursch löst die Handfassung mit dem rechten Dirndl, zieht das linke zu sich heran und nimmt Rundtanzfassung mit ihm ein.
6,7 Die Paare tanzen Rechtswalzer, wobei sie sich einmal am Ort um die Paarachse drehen. Es ist darauf zu achten, daß dabei die Kreisaufstellung erhalten bleibt.
8 Der Bursch löst die linke Handfassung, das Dirndl dreht sich eine halbe Drehung im Uhrzeigersinn  weiter, kommt auf die rechte Seite des Burschen und reiht sich wieder in den Stirnkreis ein. Alle fassen zum großen Stirnkreis durch. (Anfangsfassung) Auf diese Weise werden die Dirndl alle acht Takte um einen Burschen in Tanzrichtung weitergereicht.
 
Damit ist ein Durchgang des Tanzes beendet. Die Figuren können beliebig oft wiederholt werden. Aufmerksame Musikanten bemessen ihre Musik oft so, daß am Ende des Tanzes jeder Bursch sein eigenes Dirndl wieder an seiner rechten Seite hat.