Ausgabe April 2016, Walter Bucksch, www.volkstanzkreis-freising.de

Feuerwehr-Quadrille

Die Feuerwehr-Quadrille ist ein neuer deutscher Tanz, den Karl-Heinz Lange vom Volkstanz-Arbeitskreis Nordheide 1997 nach einer Musik aus der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts choreographierte. Der Interpret ist Martin Ströfer. Nordheide liegt etwa 20 km östlich von Heide in Schleswig-Holstein. Diese Quadrille ist als Vierpaartanz ohne Partnerwechsel konzipiert. Eine im Druck erschienene Tanzbeschreibung wurde 2013 vom Arbeitskreis Nordheide herausgegeben und bearbeitet. Anfang 2016 hat der Volkstanzkreis Freising die Feuerwehr-Quadrille in sein Übungsprogramm aufgenommen.
Musikquelle: CD "Historische norddeutsche Tänze und Musiken"
wiederentdeckt von Elfriede und Karlheinz Lange
Herausgeber: Arbeitskreis Tanz Nordheide in der DGV, Bestell-Nr 022013
Tanzbeschreibung
Vier Paare in Kreuzaufstellung in offener Führungsfassung, die Dirndl stehen rechts neben ihren Burschen mit Blick zur Kreismitte. Die vier Paare bilden einen Stirnkreis. Paar eins schaut zur Musik oder wird sonstwie willkürlich bestimmt. Die weiteren Paare werden im Kreis gegen den Uhrzeigersinn durchnummeriert. Dem Paar eins gegenüber steht Paar drei. Rechts von Paar eins befindet sich Paar zwei, ihm gegenüber Paar vier. Die Paare eins und drei sind die Hauptpaare, die anderen die Nebenpaare. Der Tanz hat fünf Kehren. Jede Kehre hat 2 x 8 Takte. Die Zwischenfigur ist bei allen Kehren gleich; sie hat 6 x 8 Takte. Keine Tanzbewegung während der musikalischen Einleitung.
Takt Schritte und Bewegungen
Begrüßung.
1-4 Die Burschen begrüßen das eigene Dirndl und dann das Dirndl des Paares zur Linken mit Kopfnicken. Anschließend fassen alle zum Kreis durch (Stirnkreis), die Arme sind angewinkelt und die Hände werden in Schulterhöhe gehalten (Führungsfassung), der Blick ist zur Kreismitte gerichtet.
1. Kehre: Kreisen mit Wechselschritten im ↷ und gegen ↶ den Uhrzeigersinn.
1-8 Die Tanzenden einer Gruppe fassen zum Kreis durch und machen mit dem linken Fuß beginnend acht Wechselschritte auf der Kreisbahn nach links. Dadurch dreht sich der Kreis im Uhrzeigersinn  um den Mittelpunkt der Gruppenaufstellung. Die durchgefaßten Hände werden etwa in Schulterhöhe gehalten.
9-16 Nach acht Takten kehren die Tanzenden die Bewegungsrichtung um. Alle drehen sich ein halbes Mal im Uhrzeigersinn  um die eigene Achse, die Handfassungen bleiben erhalten. Mit acht Wechselschritten dreht sich der Kreis nun gegen den Uhrzeigersinn  um den Mittelpunkt der Aufstellung. Die durchgefaßten Hände werden etwa in Schulterhöhe gehalten.
Zwischenfigur: Diese ist bei allen Kehren gleich (6 x 8 Takte).
Platzwechsel, erst die Hauptpaare dann die Nebenpaare.
1-4 Die Paare 1 und 3 nehmen normale Tanzfassung ein: Der Bursch legt seine rechte Hand auf den Rücken seines Dirndls. Sie legt ihre linke Hand auf seinen rechten Oberarm und ihre Rechte in die seitwärts gestreckte Linke des Burschen. In dieser Haltung machen die Hauptpaare zwei langsamere Seitstellschritte in Richtung Kreismitte und drei schnellere Seitgaloppschritte durch die Mitte weiter zum Gegenplatz, wobei die Paare etwas nach rechts ausweichen, damit sie nicht zusammmenstoßen. Am Gegenplatz angekommen tippt der Bursch mit dem Rechten, das Dirndl mit dem linken Fuß auf den Boden.
5-8 Mit vier Takten Polka-Rundtanz gelangen die Paare auf einer kleinen Kreisbahn innerhalb der Vierpaaraufstellung gegen den Uhrzeigersinn  zurück zu ihrem Ausgangsplatz, wobei sie sich einmal gegen den Uhrzeigersinn  um die Paarachse drehen. Am Ende von Takt acht stehen sie wieder am Ausgangsplatz und schauen zur Kreismitte. Die Hände hängen nun locker herab, er hält mit seiner Rechten die linke Hand des Dirndls.
Wärend die Hauptpaare den Platzwechsel ausführen, schauen die Nebenpaare zu. Ihre Arme hängen locker herab, die Innenhände sind gefaßt.
9-16 Die Nebenpaare machen nun den Platzwechsel so wie die Hauptpaare ihn vorgemacht haben: Mit Seitstell- und Seitgaloppschritten über die Mitte zum Gegenplatz. Mit den Innenfüßen tippen und mit Polkaschritten zurück zum Ausgangsplatz.
Große Kette mit einer Handtour.
17-24 Die Burschen ergreifen mit ihrer Rechten die rechte Hand ihres eigenen Dirndls und gehen auf der Kreisbahn, die von den vier Paaren gebildet wird, gegen den Uhrzeigersinn  an ihren eigenen Dirndln in Tanzrichtung rechtsschultrig vorbei. Die Dirndl gehen in die entgegengesetzte Richtung, also im Uhrzeigersinn  auf der Kreisbahn.
Die nun folgende Erklärung versteht sich aus der Sicht des Paares 1. Natürlich gilt sie entsprechend auch für die anderen Paare.
Mit der linken Hand ergreift der Bursch 1 die Linke des ihm entgegenkommenden Dirndls 2, geht linksschultrig an ihr vorbei, nimmt die Rechte von Dirndl 3, die Linke von Dirndl 4 und trifft dann, nachdem er einen halben Kreis gegangen ist, auf dem Gegenplatz mit seinem eigenen Dirndl zusammen. Entsprechend gibt Dirndl 1 dem entgegen kommenden Burschen 4 die Linke, dem nächsten Burschen (Bursch 3) die rechte Hand usw. bis sie mit ihrem eigenen Burschen auf dem Gegenplatz zusammentrifft. Hier macht das Paar 1 eine Handtour mit der rechten Hand:
Bursch und Dirndl stehen rechtsschultrig nebeneinander, halten die rechten Oberarme waagerecht und die Unterarme aufwärts gewinkelt, die Ellenbogen liegen aneinander. Die Innenhandflächen sind gestreckt und in Kopfhöhe so gegeneinander gelegt, daß jeder die Außenseite der Hände des Partners sieht. Die freien Hände liegen "aufgeräumt" am eigenen Rücken. In dieser Haltung drehen sich die beiden einmal im Uhrzeigersinn  um die Paarachse.
In der gleichen Weise machen alle anderen Paare eine Handtour an den entsprechenden Gegenplätzen.
25-32 Nach der Handtour am Gegenplatz wird die Kette in der gleichen Richtung fortgesetzt: Jeder Bursch gibt seinem Dirndl die rechte Hand und geht in Tanzrichtung, also gegen den Uhrzeigersinn  weiter. Dem nächsten Dirndl (Dirndl 2 zwei im Falle des Burschen 1) gibt er die Linke usw. bis sich alle Paare wieder an ihrem Ausgangsplatz treffen (der Platz, von dem aus die große Kette gestartet wurde). Die Dirndl machen es entsprechend. Wieder am eigenen Platz angelangt gibt es keine zweite Handtour, weil man die eingesparte Zeit benötigt, um sich auf die nachfolgende Figur einstellen zu können.
Seitstellschritte zur Mitte, Galoppschritte zurück, Polka zum Gegenplatz.
33-36 Alle Paare nehmen normale Tanzfassung ein und machen zwei langsamere Seitstellschritte in Richtung Kreismitte und gleich danach drei schnellere Seitgaloppschritte zurück zur Kreisbahn.
37-40 Mit vier Takten Polka-Rundtanz gelangen die Paare auf der normalen Kreisbahn, die durch die Vierpaaraufstellung definiert ist, gegen den Uhrzeigersinn  auf den Gegenplatz.
41-48 Die Tanzbewegungen der Takte 33 bis 40 werden einmal wiederholt: Alle Paare tanzen mit zwei Seitstellschritten zur Mitte, mit drei Galoppschritten zurück zur Kreisbahn und kommen dann mit vier Takten Polka auf den Ausgangsplatz, von dem aus sie in Takt 33 gestartet sind.
Ende der Zwischenfigur.
Alle stehen wieder an dem Platz, an dem sie die Zwischenfigur begonnen haben.
2. Kehre: Paarkreise mit Wechselschritten im ↷ und gegen ↶ den Uhrzeigersinn.
1-8 Die einzelnen Paare fassen sich bei den Händen, sodaß sich ein kleiner Kreis bildet (der Bursch faßt mit der rechten Hand die Linke seines Dirndls und mit der Linken die Rechte) und gehen am Platze mit Wechselschritten im Uhrzeigersinn  ein bis zweimal um die Paarachse. Dabei werden die Arme in Schulterhöhe gehalten und angewinkelt.
9-16 Paarkreis, wie soeben beschrieben, mit Wechselschritten um die Paarachse, jedoch jetzt gegen den Uhrzeigersinn .
Zwischenfigur. (6 x 8 Takte)
Wie zuvor: Platzwechsel erst der Haupt- dann der Nebenpaare, große Kette mit einer Handtour, Seitstellschritte zur Mitte, Galoppschritte zurück, Polka zum Gegenplatz.
Alle stehen nach der Zwischenfigur wieder am Ausgangsplatz wie zu Beginn des Tanzes.
3. Kehre: Küseln. Erst die Dirndl der Hauptpaare, dann die der Nebenpaare.
                         Jeweils acht Takte im Uhrzeigersinn .
Küseln: Zwei Dirndl geben sich die gleichnamigen Hände (Rechte in rechte Hand, Linke in linke Hand), sodaß sich die Arme kreuzen. Die Füße sind nahe beieinander, die Oberkörper V-förmig zurückgelehnt, die Arme gestreckt. In dieser Fassung stehen beide Dirndl zunächst auf dem linken Fuß kreuzen mit dem rechten Fuß vor dem Linken und belasten ihn. Dann stellen sie den linken Fuß nach links zur Seite und übertragen das Gewicht auf ihn. Anschließend kreuzen sie wieder mit dem Rechten vor dem linken Fuß und setzen danach den Linken zur Seite usw. Durch diese Fußbewegung drehen sich die beiden im Uhrzeigersinn  am Platze, entsprechend dem Tempo der Musik.
1-8 Die Dirndl der Hauptpaare (Paare 1 und 3) gehen aufeinander zu und küseln in der Mitte der Vierpaaraufstellung im Uhrzeigersinn . Sie beginnen mit den linken Füßen und machen kleine, schnelle Seitstellschritte. Im Takt 7 bremsen sie die Drehung ab und kehren rückwärts zu ihren Burschen auf den Ausgangsplätzen auf der Kreisbahn zurück.
9-16 Die Dirndl der Nebenpaare (Paare 2 und 4) gehen aufeinander zu und küseln in der Mitte der Vierpaaraufstellung im Uhrzeigersinn . Sie beginnen mit den linken Füßen und machen kleine, schnelle Seitstellschritte. Im Takt 15 bremsen sie die Drehung ab und kehren rückwärts zu ihren Burschen auf den Ausgangsplätzen auf der Kreisbahn zurück.
Zwischenfigur. (6 x 8 Takte)
Wie zuvor: Platzwechsel erst der Haupt- dann der Nebenpaare, große Kette mit einer Handtour, Seitstellschritte zur Mitte, Galoppschritte zurück, Polka zum Gegenplatz.
Alle stehen nach der Zwischenfigur wieder am Ausgangsplatz wie zu Beginn des Tanzes.
4. Kehre: Oberarmkreis der Burschen.
                         Hurreschritt im Uhrzeigersinn ↷ in der Mitte der Vierpaaraufstellung.
Hurreschritt: Die Burschen stehen auf dem linken Fuß und kreuzen mit dem rechten Fuß vor dem Linken und belasten ihn. Dann stellen sie den linken Fuß nach links zur Seite und übertragen das Gewicht auf ihn. Dann kreuzen sie wieder mit dem Rechten vor dem linken Fuß und setzen danach den Linken zur Seite usw.
1-16 Alle Burschen einer Vierpaargruppe gehen Richtung Kreismitte und legen die Oberarme auf die Schultern der Nachbarburschen. Im Hurreschritt, wie oben beschrieben, bewegen sie sich auf einer Kreisbahn innerhalb der Vierpaaraufstellung im Uhrzeidersinn  um die gemeinsame Achse. Es gibt keine Gegenfigur, der Hurreschritt wird nur nach links ausgeführt.
In Takt 16 kehren alle rückwärts gehend zu ihren Dirndln auf der Kreisbahn zurück.
Zwischenfigur. (6 x 8 Takte)
Wie zuvor: Platzwechsel erst der Haupt- dann der Nebenpaare, große Kette mit einer Handtour, Seitstellschritte zur Mitte, Galoppschritte zurück, Polka zum Gegenplatz.
Alle stehen nach der Zwischenfigur wieder am Ausgangsplatz wie zu Beginn des Tanzes.
5. Kehre: Kreisen mit Wechselschritten im ↷ und gegen ↶ den Uhrzeigersinn.
Das Kreisen in der fünften Kehre erfolgt genau wie in der ersten:
1-8 Die Tanzenden einer Gruppe fassen zum Kreis durch und machen mit dem linken Fuß beginnend acht Wechselschritte auf der Kreisbahn nach links. Dadurch dreht sich der Kreis im Uhrzeigersinn  um den Mittelpunkt der Gruppenaufstellung. Die durchgefaßten Hände werden etwa in Schulterhöhe gehalten.
9-16 Nach acht Takten kehren die Tanzenden die Bewegungsrichtung um. Alle drehen sich ein halbes Mal im Uhrzeigersinn  um die eigene Achse, die Handfassungen bleiben erhalten. Mit acht Wechselschritten dreht sich der Kreis nun gegen den Uhrzeigersinn  um den Mittelpunkt der Aufstellung. Die durchgefaßten Hände werden etwa in Schulterhöhe gehalten.
  Damit ist der Tanz beendet.