Ausgabe Dezember 2009, Walter Bucksch, www.volkstanzkreis-freising.de

Fieberbrunner

Der Fieberbrunner wurde 1937 in Going anläßlich einer Hochzeit von einer Gruppe aus Kirchdorf bei Sankt Johann in Tirol getanzt und dabei aufgezeichnet. Diese Information habe ich dem Tiroler Volkstanzbuch von Karl Horak, Musikverlag Helbling, 1974, Seite 22 entnommen. Going liegt etwa 20 km östlich von Wörgl. In Bayern und Österreich ist der Tanz weit verbreitet, er kommt häufig auf Volkstanzfesten in der Münchner Gegend vor. In Österreich ist er auch unter dem Namen "Sautanz" bekannt, er hat aber nichts mit dem Wechseltanz gleichen Namens aus unserer Gegend zu tun.
Musikquelle: CD3 "Volksweisen aus Tirol", CD 350912; LC8453.
Bezugsquelle: Tyrolis Muskverlag, D-82481 Mittenwald, Klammstraße 27.
Tanzbeschreibung
Bursch und Dirndl stehen ohne Fassung nebeneinander auf der Kreisbahn mit Blick in Tanzrichtung (Flankendoppelkreis). Hände im Hüftstütz. Einleitung ohne Tanzbewegung abwarten. Der erste Teil des Tanzes ist im 2/4, der zweite Teil im 3/4 Takt.
Takt Schritte und Bewegungen
1. Teil: Boarischer (2/4 Takt).
1,2 Bursch und Dirndl beginnen mit dem Außenfuß und machen je einen Wechselschritt schräg vorwärts voneinander weg, er Richtung Kreismitte, sie nach kreisaußen. In der vierten Zählzeit des ersten Taktes schwingt der Bursch mit dem rechten Fuß leicht über den linken; das Dirndl macht es gegengleich.
Im zweiten Takt folgt ein Wechselschritt schräg vorwärts zueinander, sodaß man sich wieder auf der Kreisbahn trifft. Überschwingen des linken Fußes über den rechten für den Burschen, das Dirndl schwingt dem rechten über den linken (auseinand und wieder z'amm).
3,4 In geschlossener Rundtanzfassung (Körblfassung) mit vier Schritten zwei Drehungen im Uhrzeigersinn  am Platz um die Paarachse (und drahn und drahn und drahn und drahn).
5-16 Die Bewegungen der ersten vier Takte entsprechen der Grundfigur des Boarischen. Sie werden noch dreimal wiederholt, also insgesamt viermal ausgeführt. Am Ende Ausgangsstellung einnehmen, jedoch mit Innenhandfassung der zwanglos herabhängenden Arme.
2. Teil: Arme schwingen, paschen, stampfen und pfeifen (3/4 Takt).
1,2 Mit den Außenfüßen beginnend einen Dreierschritt in Tanzrichtung machen und mit den Armen etwas in Tanzrichtung vorschwingen.
Im nächsten Takt einen Dreierschritt in Tanzrichtung machen, Innenfüße beginnen, und die Arme gegen Tanzrichtung zurückschwingen.
3,4 Einen Dreierschritt in Tanzrichtung machen, die Hände vorschwingen, Fassung lösen und die Hände heben.
Im vierten Takt einen weiteren Dreierschritt ausführen. Während der ersten beiden Zählzeiten klatschen beide in Brusthöhe je einmal in die eigenen Hände. Am Ende von Takt 4 hat der Bursch den Innenfuß, das Dirndl den Außenfuß belastet.
5,6 Die Hände absenken und wieder Innenhandfassung einnehmen. Zwei Dreierschritte machen und Arme schwingen wie in den Takten 1 und 2 dieser Figur beschrieben.
7,8 Die Handfassung beibehalten, Hände schwingen und zwei Dreierschritte in Tanzrichtung machen. Beim Dreierschritt in Takt 8 stampfen die Burschen auf die ersten beiden Zählzeiten (rechts, links). Am Ende von Takt 8 haben beide dann das Gewicht wieder auf dem Innenfuß.
9,10 Dreierschritte machen und die gefaßten Innenhände schwingen.
11,12 Zwei Dreierschritte wie zuvor. Die Burchen lösen die Handfassung und pfeifen in Takt 12 zweimal kräftig auf den Fingern.
13,14 Zur Innenhandfassung zurückkehren, zwei Dreierschritte machen und die Arme schwingen wie in den Takten 1 und 2 beschrieben. Handfassung lösen und geschlossene Rundtanzfassung einnehmen.
In unserer Gegend sieht man häufig, daß die Paare statt zwei, vier Takte lang im Dreierschritt gehen und die Hände schwingen. Bei dieser Art zu Tanzen hat man dann für den nachfolgenden Walzer zwei Takte weniger.
3. Teil: Walzer.
1-16 Zweimal acht Takte Walzer in geschlossener Rundtanzfassung (Körblfassung).

Damit ist ein Durchgang beendet. Der Tanz beginnt von vorne mit dem Boarischen, wie in den Takten 1-4 beschrieben.