Ausgabe Februar 2009, Walter Bucksch, www.volkstanzkreis-freising.de

Finsterauer Landler

Dieser Landler kommt aus Finsterau im Bayrischen Wald. Finsterau liegt etwa 15 km nördlich von Freyung am östlichen Rande des Nationalparks Bayerischer Wald, nahe der Tschechischen Grenze. Wolfgang A. Mayer, vom Institut für Volkskunde in München, hat den Finsterauer Landler aufgezeichnet. In unserer Gegend ist er weit verbreitet und steht bei vielen Tanzfesten auf dem Programm.
Musikquelle: "Zum Tanz'n bin i ganga..." Mit der Aichacher Bauernmusi. acad 0896
Bezugsquelle: Tonstudio Bernhard Mahne GmbH, 86911 Diessen am Ammersee.
Tanzbeschreibung
Bursch und Dirndl in Gegenüberstellung auf der Kreisbahn, er mit Blick nach kreisaußen. Die rechten Hände sind gefaßt. Die freien Hände hängen locker herab oder liegen auf dem Rücken. Keine Tanzbewegung während der Einleitung.
Takt Schritte und Bewegungen
Figur 1: Arm schwingen, Dirndl drehen und umrunden.
1,2 Die gefaßten rechten Hände mit gestrecktem Arm zuerst in und dann gegen Tanzrichtung schwingen. Die Füße gehen mit: Erst mit dem linken Fuß einen kleinen Schritt in Tanzrichtung machen, belasten und dann den rechten Fuß heranführen aber nicht belasten. Im zweiten Takt gegengleich: Kleinen Schritt mit dem rechten Bein gegen Tanzrichtung machen und das linke Bein an das rechte heranführen.
3,4 Das erneute Vorschwingen der Hände in Tanzrichtung geht über in ein zweimaliges Drehen des Dirndls im Uhrzeigersinn  am gestreckten Burschenarm. Sie kommt dabei in Tanzrichtung vorwärts, er geht mit drei kleinen Gehschritten in Tanzrichtung mit, wobei er die Front in Tanzrichtung hat und mit dem linken Fuß beginnt. Auf keinen Fall sollte der Bursch mit der Front nach kreisaußen Seitstellschritte machen, um mit dem sich drehenden Dirndl in Tanzrichtung mitzugehen.
5 Die kreisende Bewegung des Burschenarmes endet mit dem Vorschwingen der Innenarme in Tanzrichtung. Er hat dann das Gewicht auf dem linken Fuß.
6-8 Das Rückschwingen der gefaßten Hände mit gestreckten Armen leitet nun das zweimalige Drehen des Dirndls gegen den Uhrzeigersinn  ein. Gleichzeitig geht der Bursch mit drei Schritten, mit dem rechten Fuß beginnend, einmal im Uhrzeigersinn  ums Dirndl herum, wobei sie ihm ausweicht, um dem Burschen das Umrunden zu erleichtern. Er macht pro Takt einen federnden Schritt, es sind keine Dreierschritte.
Die kreisende Bewegung des Burschenarmes endet mit dem Rückschwingen gegen Tanzrichtung. Der rechte Fuß ist nun belastet.
Figur 2: Dirndl drehen, umrunden, Dirndl drehen.
1,2 Das Dirndl zweimal im Uhrzeigersinn  am gestreckten Burschenarm drehen und in Tanzrichtung mitgehen, wie in den Takten 3 und 4 der ersten Figur beschrieben.
3-6 Der Bursch umrundet sein Dirndl und schwingt die gefaßten rechten Hände am Ende von Takt 6 gegen Tanzrichtung, wie in den Takten 5 bis 8 der ersten Figur.
7,8 Dirndl drehen und in Tanzrichtung mitgehen, wie in den Takten 3 und 4 der ersten Figur.
Figur 3: Kadenz mit Schwingen und Rheinländerfassung.
1-4 In Takt 1 die gefaßten rechten Hände etwa in Hüfthöhe in Tanzrichtung vor- und in Takt 2 zurückschwingen. In den Takten 3 und 4 die gefaßten Hände heben und das Dirndl zweimal im Uhrzeigersinn  drehen und Rheinländerfassung einnehmen. Dazu muß der Bursch mit seiner linken die linke Dirndlhand ergreifen. Sie steht nun schräg rechts vor dem Burschen, die rechten Hände ruhen leicht auf der Dirndlschulter, die linken sind in Richtung Kreismitte gestreckt. Am Ende des vierten Taktes ist der rechte Fuß des Burschen belastet.
Figur 4: Gehen in Tanzrichtung.
1-8 In der Rheinländerfassung gehen beide im Dreierschritt mit links beginnend in Tanzrichtung und drehen sich dabei um die Paarachse leicht hin und her. Im letzten Takt hebt der Bursch seinen rechten Arm und dreht das Dirndl gegen den Uhrzeigersinn  zur Gegenüberstellung; der Bursch mit dem Rücken zur Kreismitte. Die Handfassungen bleiben noch eine ganz kurze Zeit lang erhalten
Figur 5: Paschen.
1,2 Handfassungen lösen. Jeder pascht dreimal vor der Brust in die eigenen Hände, (eigen, eigen, eigen) dann in die ungleichnamigen Hände des Partners (die rechte Hand des Burschen in die linke des Dirndls und umgekehrt), anschließend in die eigenen Hände, und dann wieder in die ungleichnamigen Hände des Partners. (fremd, eigen, fremd)
3-8 Das Paschen wird noch dreimal wiederholt, also insgesamt viermal ausgeführt, so wie in den Takten 1 und 2 der fünften Figur beschrieben.

Der Tanz beginnt von vorne mit Schwingen der gestreckten Arme; er wird üblicherweise insgesamt dreimal durchgetanzt. Gepascht wird nach dieser Beschreibung nur mit dem eigenen Partner. Gelegentlich sieht man, daß das Paschen wie beim Böhmerwaldlandler ausgeführt wird d.h. erst mit dem eigenem Partner, dann zu viert und schließlich im großen Kreis.