Ausgabe März 2007, Walter Bucksch, www.volkstanzkreis-freising.de

Fröhlicher Kreis

Fritz Frank beschreibt in der "Volkstanzmappe B", herausgegeben von der "Arbeitsgemeinschaft für Volkstanz und Heimatpflege" beim Landesjugendreferat Steiermark, Graz, Karmeliterplatz 2, daß "Der Fröhliche Kreis" aus dem "Circassian Circle" abgeleitet wurde, der seinerseits aus der englischen Überlieferung stammt. "Der Fröhliche Kreis" ist ein Gemeinschaftstanz mit Partnerwechsel, der in der neuen Form 1938 zum ersten mal in Graz gezeigt wurde. Bekannt ist er nicht nur in Österreich und Deutschland sondern auch in Belgien, wo er 1958 in Diest vom englischen Volkstanzlehrer Arthur Critchley in der neuen Form gezeigt wurde, wie Herbert Lager im Heft "Alte Tänze für junge Leute", erschienen 1997 im Horaverlag Ges.m.b.H., 1190 Wien (ISBN 3-213-00028-7) schreibt. Die Verbreitung des Tanzes dürfte wohl nicht auf die genannten Länder beschränkt sein, denn bei den alle zwei Jahre stattfindenden Jugendfestwochen in Wewelsburg wird er regelmäßig von einem internationalen Publikum getanzt.
Bei der Ausführung des Tanzes gibt es Varianten, speziell bei der dritten und vierten Figur:
1. Herbert Lager empfiehlt hier Rundtanz mit Nachstellschritten ("Swingschritten") und Promenade mit Gehschritten in vorderer Kreuzhandfassung,
2. Fritz Frank beschreibt eine rechte Mühlenfassung und Hüft-Schulterfassung, beide mit Hüpfschritten.
3. In unserer Gegend wird eine modifizierte Kreuzhandfassung und Hüft-Schulterfassung, beide mit Hüpfschritten, praktiziert.
Nachfolgend soll diese dritte, in unserer Gegend häufig verwendete Variante, des "Fröhlichen Kreises" beschrieben werden.
Musikquelle: Doppel-CD "Volkstänze", CD80012, Pfeffertrio
Kontaktadresse: ArGe Volkstanz-Steiermark, Karmeliterplatz 2, A-8011 Graz.
Tanzbeschreibung
Beliebig viele Paare auf der Kreisbahn, das Dirndl steht rechts vom Burschen, Hände im Stirnkreis durchgefaßt, Arme locker hängen lassen, alle schauen zur Kreismitte. Sollte es mit allen Tanzwilligen auf der Tanzfläche zu eng werden, können ohne weiteres zwei (konzentrische) Kreise gebildet werden. Einleitung ohne Tanzbewegung abwarten. Zwei-Viertel Takt.
Takt Schritte und Bewegungen
1. Figur: Gemeinsames Vor- und Zurückgehen.
1,2 Alle beginnen mit dem linken Fuß und gehen gleichzeitig mit vier kleinen Schritten in Richtung Kreismitte. Dabei werden die gefaßten Hände nach vorne und etwa bis in Hüfthöhe nach oben geführt. Der vierte Schritt ist nur noch ein Beistellen des rechten Fußes.
3,4 Alle kehren mit vier Schritten rückwärts gehend auf ihren Ausgangsplatz auf der Kreisbahn zurück. Die Arme hängen wieder zwanglos herab.
5-8 Wiederholung des Hin- und Hergehens, wie in den Takten 1 bis 4 beschrieben.
2. Figur: Getrenntes Vor- und Zurückgehen und getrenntes Paschen.
1,2 Handfassungen lösen. Alle Dirndl gehen mit vier kleinen Schritten zur Kreismitte und klatschen beim vierten Schritt, also in der zweiten Zählzeit des zweiten Taktes, einmal in die Hände. Die Burschen bleiben auf der Kreisbahn stehen; sie klatschen nicht.
3,4 Die Dirndl kehren mit vier Schritten rückwärts auf ihren Platz auf der Kreisbahn zurück.
In der ersten Zählzeit des dritten Taktes, sofort nachdem die Dirndl in die Hände geklatscht haben, klatschen die Burschen einmal in die Hände, quasi als Echo des Klatschens der Dirndl.
5,6 Alle Burschen gehen mit vier kleinen Schritten Richtung Kreismitte und machen am Ende von Takt 6, auf einem kleinen Halbkreis gehend, eine Kehrtwende gegen den Uhrzeigersinn . Sie schauen jetzt kreisauswärts.
7,8 Die Burschen gehen mit vier kleinen Schritten vorwärts auf das Dirndl zu, das in der ersten Figur links neben ihnen stand.
In vielen Tanzkreisen ist es üblich, beim ersten Durchgang des Tanzes zum eigenen Dirndl zurückzukehren und die Figuren 3 und 4 mit ihr zu tanzen und sich erst beim zweiten und allen folgenden Durchgängen den fremden Dirndln zuzuwenden. Auf diese Praxis muß gegebenen Falls vor dem Tanz hingewiesen werden.
In jedem Fall nehmen Bursch und Dirndl am Ende von Takt 8 eine modifizierte Kreuzhandfassung ein: Beide stellen sich mit einem kleinen Abstand rechtsschultrig nebeneinander und schauen in entgegengesetzte Richtungen. Dann legen sie die rechten Hände von oben fest auf die rechte Schulter des Partners, "verankern" sie da und halten ihn damit auf Abstand. Gleichzeitig fassen sie sich an den linken Händen und versuchen den Partner an sich heranzuziehen, was nicht gelingen sollte, weil sich ja beide mit den rechten Armen auf Abstand halten. So entsteht eine feste Verbindung zwischen den Tanzenden.
3. Figur: Kreisen am Platz in modifizierter Kreuzhandfassung.
1-8 In dieser modifizierten Kreuzhandfassung kreisen die Paare im Uhrzeigersinn  mit Hüpfschritten am Ort um die Paarachse d.h. beide machen in der ersten Zählzeit des ersten Taktes mit dem linken Fuß einen Schritt vorwärts und hüpfen in der zweiten Zählzeitauf auf diesem auf. Im zweiten Takt machen sie den Hüpfschritt mit dem rechten Fuß, dann wieder mit dem linken usw. Am Ende von Takt 8 sollte der Bursch in Tanzrichtung schauen.
4. Figur: Promenade auf der Kreisbahn in Hüft-Schulterfassung.
1-8 Ohne die Hüpfschritte zu unterbrechenen wird die modifizierte Kreuzhandfassung gelöst, das Dirndl dreht sich eine halbe Drehung im Uhrzeigersinn  und schaut dann in Tanzrichtung. In Hüft-Schulterfassung - sie hat die linke Hand auf seiner rechten Schulter, er die rechte Hand an ihrer rechte Hüfte liegen, die Außenarme sind in der Hüfte eingestützt oder hängen zwanglos herab - tanzen beide mit Hüpfschritten auf der Kreisbahn in Tanzrichtung. Am Ende von Takt 8 werden alle Fassungen gelöst und zum Stirnkreis durchgefaßt, wie zu Beginn der ersten Figur.

Damit ist ein Durchgang beendet. Der Tanz beginnt von vorne mit gemeinsamem Gehen in Richtung Kreismitte.