Ausgabe März 2007, Walter Bucksch, www.volkstanzkreis-freising.de

Gehpolka

Die Gehpolka ist mir zum ersten mal 1995 auf einer Tanzwoche in Zell an der Pram begegnet. Auf öffentlichen Tanzveranstaltungen in der Münchner Gegend steht sie nur selten auf dem Programm. Eine im Druck erschienene Beschreibung dieses Tanzes findet sich in "Tänze aus Oberösterreich" von H. Derschmidt (ISBN 3-85393-032-8) Seite 51. Sie fußt auf den Aufzeichnungen von Ludwig Hoidn aus dem Böhmerwald von 1930. Eine weitere Beschreibung gibt es in "Die Deutschen Volkstänze in Böhmen, Mähren und Schlesien" von Helga Thiel aus dem N.G.Elwert Verlag Marburg 1970. Bei dieser wird das Kreisen in der zweiten Figur insgesamt 20 Takte lang durchgeführt, bei Hoidn sind es nur 4 Takte. Die folgende Beschreibung gibt die Tanzpraxis in unserer Gegend wieder.
Musikquelle: CD6 "Tänze aus Oberösterreich", LC6575, sw010137-2.
Bezugsquelle: OÖ Volksliedwerk A-4020 Linz, Landstraße 31.
Tanzbeschreibung
Beliebig viele Paare auf der Tanzfäche, das Dirndl ist rechts vom Burschen, Blick in Tanzrichtung. Hintere Kreuzhandfassung: Der Bursch legt seine rechte Hand dem Dirndl an die rechte Hüfte. Dabei liegt sein rechter Arm unter dem Dirndlarm hinter ihrem Rücken. Das Dirndl legt ihre linke Hand an die linke Burschenhüfte. Dabei liegt ihr linker Arm über dem Burschenarm und hinter seinem Rücken. Die Partner halten sich auf diese Weise gegenseitig. Die äußeren Hände sind eingestütz. Die Außenfüße beginnen. Keine Tanzbewegung während des Vorspiels.
Takt Schritte und Bewegungen
1. Figur: Vier Wechselschritte in Tanzrichtung.
1-4 In der hinteren Kreuzhandfassung machen Bursch und Dirndl, mit den Außenfüßen beginnend, vier Wechselschritte in Tanzrichtung.
2. Figur: Kreisen im Uhrzeigersinn ↷ um die Paarachse
5-8 In unveränderter Tanzhaltung kreisen beide mit acht normalen Schritten im Uhrzeigersinn  am Platz. Je nach Drehfreudigkeit und Können werden dabei 1-2 ganze Drehungen um die Paarachse gemacht. Das Dirndl geht dabei rückwärts, der Bursch vorwärts. Am Ende des achten Taktes schauen beide wieder in Tanzrichtung.

Damit ist ein Durchgang beendet. Der Tanz setzt sich fort mit dauernder Wiederholung der Figuren 1 und 2.