Ausgabe Dezember 2004, Walter Bucksch, www.volkstanzkreis-freising.de

Holsteiner Dreitour

Die Holsteiner Dreitour kommt aus Ost-Holstein. Der Tanz ist ein Kontratanz, der sich, unter dem Einfluß des Gesellschaftstanzes, im 18. und 19. Jahrhundert in Norddeutschland entwickelt hat. Bei den Internationalen Jugendfestwochen in Wewelsburg steht er regelmäßig auf dem Programm. Seine Verbreitung reicht über Bayern bis mindestens nach Kärnten, weil er dort während einer Tanzwoche gelehrt wurde.
Musikquelle: CD "Volkstänze für jedes Alter", CD33151
Produktion: Walter Kögler Verlag, Stuttgart.
Tanzbeschreibung
Vier Paare in Kreuzaufstellung. Paar eins schaut zur Musik oder wird sonstwie willkürlich bestimmt. Die weiteren Paare werden im Kreis gegen den Uhrzeigersinn durchnummeriert. Dem Paar eins gegenüber steht Paar drei. Rechts von Paar eins befindet sich Paar zwei, ihm gegenüber Paar vier. Die Paare eins und drei sind die Hauptpaare, die anderen die Nebenpaare. Bursch und Dirndl stehen jeweils nebeneinander in offener Führungsfassung. Der Tanz hat eine Einleitung; alle bewegen sich mit Gehschritten.
Takt Schritte und Bewegungen
Großer Kreis im und gegen den Uhrzeigersinn.
1-8 Alle Burschen und Dirndl fassen sich an den Händen zu einem Stirnkreis. Die Arme sind angewinkelt, die gefaßten Hände werden etwa in Schulterhöhe gehalten. In dieser Haltung gehen alle 16 Schritte im Uhrzeigersinn auf der Kreisbahn. Am Ende von Takt 8 Richtungswechsel.
9-16 Der Kreis bewegt sich mit 16 Schritten gegen den Uhrzeigersinn zurück zum Ausgangsplatz.
Tore und Kette.
Tore der Hauptpaare, Paar 1 bückt sich zuerst.
1,2 Die Hauptpaare gehen mit gefaßten Innenhänden aufeinander zu, Paar drei hebt die Innenhände zu einem Tor und Paar eins bückt sich ein wenig und geht hindurch.
3,4 Am Gegenplatz angekommen wird die Handfassung gelöst, jeder dreht sich eine halbe Drehung über innen zur neuen Innenhandfassung mit Blick in den Vierpaarkreis. Der Bursch hält jetzt mit seiner linken Hand die rechte des Dirndls.
5,6 Die Hauptpaare gehen zurück zum Ausgangsplatz, wobei jetzt Paar eins das Tor macht und Paar drei hindurchgeht.
7,8 Am eigenen Platz wird die Wendung über innen ausgeführt und Innenhandfassung eingenommen, wie in den Takten 3 und 4 beschrieben.
Tore der Nebenpaare, Paar 2 bückt sich zuerst.
9-16 Tore und Durchgehen wie bei den Hauptpaaren, jedoch macht zuerst Paar vier das Tor und Paar zwei geht hindurch. Auf dem Rückweg macht Paar zwei das Tor und Paar vier geht hindurch.
Kette (Zweimal 8 Takte).
1-8 Jeder Bursch faßt mit seiner rechten die rechte Hand seines Dirndls und geht an ihr in Tanzrichtung rechtsschultrig vorbei. Das Gehen erfolgt auf einem Kreis, die Burschen in, die Dirndl gegen Tanzrichtung. Mit der linken Hand ergreift der Bursch eins die linke des ihm entgegenkommenden Dirndls zwei, geht linksschultrig an ihr vorbei, nimmt die rechte von Dirndl drei, die linke von Dirndl vier und trifft dann auf dem Gegenplatz mit seinem eigenen Dirndl zusammen, mit der er dort eine Handtour mit der rechten Hand macht. Dabei stehen Bursch und Dirndl rechtsschultrig nebeneinander, halten die rechten Oberarme waagerecht und die Unterarme aufwärts gewinkelt, die Ellenbogen liegen aneinander. Die Innenhandflächen sind in Kopfhöhe so gegeneinander gelegt, daß jeder die Außenseite der Hände des Partners sieht. Die freien Hände liegen "aufgeräumt" am Rücken. In dieser Position gehen alle Paare einmal im Uhrzeigersinn um die Paarachse.
Die angegebene Zählweise gilt aus der Sicht des Paares eins. Natürlich gilt sie analog auch für die anderen Paare.
9-16 Nach der Handtour am Gegenplatz wird die Kette in der gleichen Richtung fortgesetzt: Jeder Bursch gibt seinem Dirndl die rechte Hand und geht in Tanzrichtung. Dem nächsten Dirndl (= zwei im Falle des Paares eins) gibt er die linke usw. bis sich alle Paare wieder am Ausgangsplatz treffen, an dem sie eine Handtour mit der rechten Hand im Uhrzeigersinn machen.
Handtour im und gegen den Uhrzeigersinn.
1-8 Alle behalten die Fassung der Handtour bei, die sie am Ende der Kette in den Takten 15 und 16 eingenommen hatten und kreisen in dieser Haltung weitere acht Takte im Uhrzeigersinn am eigenen Platz um die Paarachse.
9-16 Hand- und Richtungswechsel. Linkshändige Handtour: Das Paar dreht sich mit 8 Gehschritten am eigenen Platz um die Paarachse gegen den Uhrzeigersinn.
Tore und Kette.
Tore und Kette wie zuvor. (Dreimal 16 Takte)
Dirndlkreis im und gegen den Uhrzeigersinn.
1-8 Nach der Handtour am Ende der Kette treten die Dirndl vor, fassen sich an den Händen und bilden einen Kreis. Die Arme sind angewinkelt, die gefaßten Hände werden etwa in Schulterhöhe gehalten. In dieser Haltung gehen alle 16 Schritte, acht Takte, im Uhrzeigersinn auf der Kreisbahn. Die Burschen bleiben am Platz und paschen pro Takt einmal leicht in die Hände. Am Ende von Takt 8 Richtungswechsel.
9-16 Dirndlkreis gegen den Uhrzeigersinn. Die Dirndl müssen darauf achten, daß sie am Ende dieser acht Takte wieder an dem Platz stehen, von dem aus sie das Gehen im Kreis in Takt 1 begonnen haben, damit sie mit einem Schritt rückwärts wieder neben ihren Burschen kommen.
Tore und Kette.
Tore und Kette wie zuvor. (Dreimal 16 Takte)
Burschenkreis im und gegen den Uhrzeigersinn.
1-8 Nach der Handtour am Ende der Kette treten die Burschen vor, und fassen mit der rechten Hand das rechte Handgelenk des Vordermannes. Die rechten Arme sind gestreckt, die linken hängen herab. Diese Mühle kreist 16 Schritte, acht Takte, im Uhrzeigersinn. Die Dirndl bleiben am Platz und paschen pro Takt einmal leicht in die Hände. Am Ende von Takt 8 Handfassung lösen. Jeder Bursch dreht sich etwa ein halbes mal am Platz im Uhrzeigersinn und nimmt die entgegengesetzte Mühlenfassung ein.
9-16 Burschenmühle dreht 16 Schritte, acht Takte, gegen den Uhrzeigersinn. Die Burschen müssen darauf achten, daß sie am Ende dieser acht Takte wieder an dem Platz stehen, von dem aus sie die Mühle in Takt 1 begonnen haben, damit sie mit einem Schritt rückwärts wieder neben ihr Dirndl kommen.
Tore und Kette.
Tore und Kette wie zuvor. (Dreimal 16 Takte)
Großer Kreis im und gegen den Uhrzeigersinn.
1-16 Großer Kreis im und gegen den Uhrzeigersinn, wie zu Beginn des Tanzes.

Damit ist der Tanz beendet.