Ausgabe Oktober 2013, Walter Bucksch, www.volkstanzkreis-freising.de

Italiener
(Eisenbahner)

Der Italiener stammt aus Bergen, etwa 8 km südöstlich vom Chiemsee. Georg Kaufmann hat ihn in seiner Sammlung "Chiemgauer Tänze", Verlag Musikhaus Fackler, Traunstein, Oberbayern, 1966, niedergeschrieben. Erst kürzlich hörte ich im Radio, daß der Tanz von italienischen Eisenbahnarbeitern in Bayern getanzt und von ihnen nach Bayern gebracht worden sei und daß er deshalb auch "Eisenbahner" heiße.
Auf einem öffentlichen Volkstanz habe ich den "Italiener" schon lange nicht mehr gesehen, er ist irgendwie "aus der Mode" gekommen. Die Passauer Volkstanzmusi hat einen Tanz im Repertoire mit identischer Musik und passendem Tempo, den sie "Riedlstoaner" nennen. Ob die zugehörigen Tanzbewegungen mit dem hier beschriebenen Italiener übereinstimmen, entzieht sich meiner Kenntnis.
Musikquelle: CD "Bairisch Landlerisch Tanz'n zwischen Tradition und Geselligkeit"
Bezugsquelle: Heinrichsen, Enzianweg 9, 82538 Geretsried, Tel 08171-60487.
Tanzbeschreibung
Beliebig viele Paare auf der Tanzfäche. Normale Tanzhaltung, der Bursch mit der Front in Tanzrichtung. Keine Tanzbewegung während des Vorspiels. Die Musik ist ein sehr langsamer 2/4 Takt.
Takt Schritte und Bewegungen
1. Figur: Wiege- und Wechselschritte nach links und rechts.
1 In der ersten Zählzeit stellt der Bursch den linken, das Dirndl den rechten Fuß mit Gewichtsübertragung zur Seite, Richtung Kreismitte. Die Oberkörper neigen sich dabei etwas nach links zur Seite. Gleichzeitig werden die anderen Füße etwas vom Boden abgehoben aber nicht beigestellt. Die Beine bleiben nahezu gestreckt.
In der zweiten Zählzeit erfolgt die gegengleiche Bewegung: Der Bursch stellt den rechten, das Dirndl den linken Fuß wieder auf den Boden und belasten ihn. Die Oberkörper neigen sich etwas nach rechts. Gleichzeitig heben der Bursch den linken und das Dirndl den rechten Fuß vom Boden ab, ohne ihn beizustellen. Es entsteht auf diese Weise eine Pendel- oder Wiegebewegung.
2 Es folgt ein Wechselschritt nach links zur Kreismitte. Der Bursch beginnt mit dem linken, das Dirndl dem rechten Fuß.
3 In Takt 3 wird ein Wiegeschritt getanzt, der nach kreisaußen beginnt: In der ersten Zählzeit stellen der Bursch den rechten, das Dirndl den linken Fuß mit Gewichtsübertragung zur Seite, Richtung kreisaußen. Die Oberkörper neigen sich dabei etwas nach rechts zur Seite. Gleichzeitig werden die anderen Füße angehoben aber nicht beigestellt.
In der zweiten Zählzeit erfolgt die gegengleiche Bewegung: Der Bursch stellt den linken, das Dirndl den rechten Fuß wieder auf den Boden und belasten ihn. Die Oberkörper neigen sich etwas nach links. Gleichzeitig hebt der Bursch den rechten und das Dirndl den linken Fuß vom Boden ab, ohne ihn beizustellen.
4 Es folgt ein Wechselschritt nach rechts, nach kreisaußen. Der Bursch beginnt mit dem rechten, das Dirndl dem linken Fuß.
Merkvers: Wiege-, Wechselschritt, Wiege-, Wechselschritt
2. Figur: Zwei Wechselschritte seitwärts und ein Dreher mit vier Schritten
                um die Paarachse.
5,6 Es folgt ein Wechselschritt nach links zur Kreismitte und dann in Takt 6 ein Wechselschritt nach rechts, nach kreisaußen. Der Bursch beginnt mit dem linken, das Dirndl dem rechten Fuß.
7,8 In normaler Tanzhaltung mit vier Schritten eine ganze Umdrehungen im Uhrzeigersinn  am Platz um die Paarachse. Der Bursch muß darauf achten, daß er mit seinem Dirndl am Ende von Takt 8 wieder die Anfangsposition erreicht hat; er mit der Front in Tanzrichtung.
Merkvers: Wechselschritt und Wechselschritt und drahn und drahn und drahn und drahn.

Damit ist ein Durchgang beendet. Der Tanz setzt sich fort mit dauernder Wiederholung der Figuren 1 und 2.