Ausgabe April 2007, Walter Bucksch, www.volkstanzkreis-freising.de

Jägermarsch

Nach der Zahl der Veröffentlichungen zu urteilen (Derschmidt, Frank, Hoidn, Horak, Lager, Stahl, Zoder, um nur einige zu nennen), dürfte der Jägermarsch wohl zu den bekanntesten und weit verbreitesten Volkstänzen in Mitteleuropa zählen. Es gibt Varianten in der Ausführung des Tanzes z.B. bei der Handhaltung und der Art der Verabschiedung in der ersten Figur, bei der Richtung, in der im Kreis gegangen wird, und beim Paschen und Finden des neuen Tanzpartners in der zweiten Figur. Sein Verbreitungsgebiet ist ganz Mitteleuropa, wobei besonders Österreich, Deutschland, England und Schweden zu nennen sind. Es gibt zum Jägermarsch auch einige andere Namen, die in unserer Gegend allerdings nicht gebräuchlich sind und bei uns andere Tänze bezeichnen: In Saalfelden im Pinzgau heißt er "Sautanz" (I.Peter), im Mühlviertel "Radetzkymarsch" (H.Derschmidt), in Norddeutschland "Marschwalzer" (W.Stahl), in England "Paul Jones". Ludwig Berghold beschreibt im ersten Band von "Volkstänze aus Österreich", herausgegeben vom Landesverband der Trachten- und Heimatvereine, daß Tänze mit abwechselndem Schreiten und Drehen schon im 16. Jahrhundert in Deutschen Kulturraum festzustellen sind. Die bei uns gebräuchliche Version hat Karl Horak 1932 in Kleinmariazell im Tristingtal in Niederösterreich, ca. 35 km südwestlich von Wien, aufgezeichet. Über eine frühere Version hat Roman Maier 1908 berichtet. Diese unterscheidet sich von der vorher genannten nur durch die Art des Singens (Siehe: "Tänze aus Kärnten", der LAG Österreichischer Volkstanz Kärnten, Klagenfurt, Villach 1997, Seite 99.)
Musikquelle: CD "Sudetendeutsche Volkstänze", Folge 1, Prod. Nr. E6
Vertrieb: Bayrischer Landesverein für Heimatpflege e.V., Ludwigstr. 23 Rgb., 80539 München.
Tanzbeschreibung
Beliebig viele Paare auf der Tanzfäche im Flankendoppelkreis d.h. das Dirndl ist rechts vom Burschen, Blick in Tanzrichtung, die Paare stehen hintereinander auf der Kreisbahn. Die Innenhände sind gefaßt und in Brusthöhe gehalten (Führungsfassung), die Außenhände hängen zwanglos herab oder liegen am Rücken an. Es ist auch möglich, daß das Dirndl sich beim Burschen einhängt. Die Außenfüße beginnen. Keine Tanzbewegung während des Vorspiels.
Nach Möglichkeit sollten sich alle Tanzwilligen in einem Kreis befinden. Wenn es dabei aber zu drangvoller Enge kommt, können notfalls auch zwei (konzentrische) Kreise gebildet werden.
Takt Schritte und Bewegungen
1. Figur: Gehen in Führungsfassung auf der Kreisbahn in Tanzrichtung.
1-16 Alle beginnen mit den Außenfüßen und gehen mit kleinen Schritten im 2/4 Takt in Führungsfassung auf der Kreisbahn in Tanzrichtung. Am Ende von Takt 16 hebt der Bursch die rechte Hand mit der gefaßten linken vom Dirndl, dreht sie unter den Händen gegen den Uhrzeigersinn  zum Blick gegen Tanzrichtung, löst die Fassung und verabschiedet sich mit einem Kopfnicken. Dabei sollen die Tanzenden nicht stehen bleiben.
2. Figur: Burschen gehen in, die Dirndl gegen Tanzrichtung. Die Burschen paschen.
1-16 Nachdem die Burschen sich mit einer gewissen Höflichkeit von ihren Dirndln verabschiedet haben, gehen sie in Tanzrichtung weiter und klatschen bei jedem Viertel eines Taktes einmal in die eigenen Hände. Die Tänzerinnen gehen, eine hinter der anderen, ohne Fassung im Außenkreis gegen Tanzrichtung um die Burschen herum. Am Ende von Takt 16 bleiben alle Burschen und Dirndl stehen und wenden sich einander zu.
3. Figur: Walzer mit dem neuen Zufallspartner.
1-32 In normaler Tanzhaltung tanzt jeder Bursch mit dem ihm gerade gegenüberstehenden Dirndl 4 x 8 Takte Walzer auf der Kreisbahn. Dabei sollte man auf der Kreisbahn bleiben und etwas in Tanzrichtung vorwärts kommen.
Wenn jemand wegen ungleicher Abstände der Tanzenden in den gegeneinander gehenden Reihen kein Gegenüber gefunden hat, so tut man sich am leichtesten, wenn man zur Mitte der Tanzfläche geht und dort nach einem Tanzpartner sucht. Danach ordnet man sich zum Walzer Tanzen wieder in den Kreis ein.

Damit ist ein Durchgang beendet. Der Tanz setzt sich fort mit Gehen auf der Kreisbahn mit dem neu gewonnenen Dirndl und Wiederholung der Figuren 1 bis 3.