Ausgabe Februar 2009, Walter Bucksch, www.volkstanzkreis-freising.de

Kalser Masolka

Kals liegt in Osttirol, 8 km östlich von Matrei und 8 km südlich des Großglockner Gipfels. Es ist ein Ausgangspunkt für Touren zum höchsten Berg Österreichs. In diesem Ort hat Karl Horak 1954 die Kalser Masolka aufgezeichnet, einen Tanz, der sich aus der Mazurka zu einer Landlerform entwickelt hat, wobei von den mazurka-typischen Schritten und Bewegungen nichts mehr geblieben ist. Eine Im Druck erschienen Beschreibung findet man im Tiroler Volkstanzbuch, Musikverlag Helbling 1974, Verlagsnummer 3605, Seite 25. In unserer Gegend kommt der Tanz auf öffentlichen Volkstanzfesten vor, wenn auch nicht sehr häufig.
Musikquelle: CD4 "Volksweisen aus Tirol", CD 350913; LC8453.
Bezugsquelle: Tyrolis Muskverlag, D-82481 Mittenwald, Klammstraße 27.
Tanzbeschreibung
Bursch und Dirndl stehen rechtsschultrig nebeneinander auf der Kreisbahn, er blickt in, sie gegen Tanzrichtung. Der Bursch ergreift mit seiner seitwärts gestreckten rechten die in ihrem Rücken liegende linke Hand des Dirndls, und mit seiner linken vor sich die seitwärts unter seinem rechten Arm gestreckte rechte Hand vom Dirndl. (= Halbe Rückenkreuzfassung) Die Anfangshaltung der Hände ist nicht entscheidend für den Tanz, sie ergibt sich im Laufe des Tanzes von alleine. Karl Horak geht von der Rückenkreuzfassung aus. Die gewöhnliche Rückenfassung geht aber genauso (Der Bursch faßt mit seiner rechten Hand die linke des Dirndls, die sie auf ihren Rücken gelegt hat. Der Bursch legt seine linke Hand auf seinen Rücken und hält mit ihr die rechte Hand des Dirndls).
Die Musik ist im ¾ Takt; drei kleine Gehschritte pro Takt, je Viertel ein Schritt.
Takt Schritte und Bewegungen
1. Figur: Kreisen im Uhrzeigersinn ↷ um die Paarachse.
1-4 Vier Takte lang mit kleinen Schritten im Uhrzeigersinn  um die Paarachse gehen. Die Außenfüße beginnen.
2. Figur: Drehfigur fürs Dirndl.
5-8 Der Bursch löst die Fassung seiner linken Hand, er zieht mit der rechten Hand ein wenig an, um dem Dirnl die Drehrichtung gegen den Uhrzeigersinn  vorzugeben und hebt fast gleichzeitig seine rechte Hand mit der gefaßten linken des Dirndls so hoch, daß sie, ohne sich bücken zu müssen, durch das Armtor gehen kann. Der Bursch senkt nun den rechten Arm auf etwa Hüfthöhe ab, das Dirndl bückt sich (in der Hüfte abknicken) und schlüpft - sich gegen den Uhrzeigesinn  weiter drehend - arschlings unter dem Arm durch. Vorher hebt sie den rechten Arm wie schützend vors Gesicht, damit er über den rechten Arm des Burschen geht. Am Schluß der Figur ergreift sie mit der rechten die im Rücken liegende linke Hand des Burschen. Des Dirndls linker Arm liegt vor ihrem Körper und unter ihrem rechten Arm. Der Bursch hält mit seiner rechten Hand die linke des Dirndls.
Ob der Bursch beim Kreisen des Dirndls stehen bleibt und die Schritte am Ort tritt oder mehr oder weniger schnell im Uhrzeigersinn  um das sich drehende Dirndl herumgeht, ist nicht festgelegt. Ich habe bei einer Vorführung in St. Pölten anläßlich des Bundesvolkstanztreffens 1996 in Österreich beide Versionen gesehen. Wichtig ist, daß das Ende der Figur mit dem Ende des achten Taktes zusammenfällt.
3. Figur: Kreisen im Uhrzeigersinn ↷ um die Paarachse.
9-12 In der am Ende von Figur 2 erreichten Haltung gehen die Tanzenden vier Takte lang mit kleinen Schritten im Uhrzeigersinn  um die Paarachse.
4. Figur: Drehfigur für den Burschen.
13-16 Der Bursch löst die Fassung seiner rechten Hand, dreht sich gegen den Uhrzeigersinn  unter dem eigenen erhobenen linken Arm mit der gefaßten rechten Hand des Dirndls. Der Bursch senkt nun den linken Arm auf etwa Hüfthöhe ab, hebt die rechte Hand vor's Gesicht, dreht sich weiter gegen den Uhrzeigesinn , schlüpft gebückt, arschlings unter dem linken Arm durch und ergreift mit seiner rechten die in ihrem Rücken liegende linke Hand des Dirndls. Die linke Hand des Burschen hält vor seinem Körper die rechte des Dirndls. Sein rechter Arm liegt oberhalb des rechten Dirndlarms.

Der Tanz beginnt von vorne mit Drehen um die Paarachse in der am Ende von Takt 16 erreichten Hand- und Armhaltungen. Es werden die Figuren 1 bis 4 solange durchgetanzt wie die Musik spielt.