Ausgabe Feb. 2004, Walter Bucksch, www.volkstanzkreis-freising.de

Der kleine Figaro.
(Kontrawalzer)

Tänze, bei denen Kontrafiguren und Walzer miteinander verflochten sind, waren von England über Norddeutschland bis zu den deutschen Sprachinseln des heutigen Polens und Rumäniens verbreitet. "Der kleine Figaro" gehört zu diesen. Er stammt aus Norddeutschland, wird aber auch in unserer Gegegend immer häufiger getanzt. Es gibt ein Veröffentlichung zu diesem Tanz in: "Volkstanznoten und -beschreibungen 9-4" der Rüstkammer der Deutschen Wanderjugend.
Musikquelle: CD 33105: Danz mit 5, Zweipaartänze.
Produktion: Walter Kögler Verlag, Stuttgart.
Tanzbeschreibung
Je zwei Paare stehen sich auf der Kreisbahn im Abstand von ein bis zwei Schritten gegenüber. Paar 1 blickt in, Paar 2 gegen Tanzrichtung. Bursch und Dirndl stehen nebeneinander, die Innenhände sind gefaßt, die anderen hängen zwanglos herab.
Takt Schritte und Bewegungen
1. Figur: Partnerwechsel.
1 Mit den Außenfüßen beginnend, gehen die Paare im Dreierschritt aufeinander zu und schwingen die Innenarme mit den gefaßten Händen vor. Die Außenarme bleiben in Ruhe.
2 Die Paare gehen mit einem Dreierschritt rückwärts auseinander und schwingen die Innenarme zurück.
3 Mit den Außenfüßen beginnend, wieder aufeinander zugehen und die Innenarme bis in Schulterhöhe vorschwingen, sodaß sich die Innenhände der beiden Paare berühren. Dabei lassen die Burschen die Hand des eigenen Dirndls los und ergreifen die linke des fremden Dirndls. Mit ein wenig Übung geht das ganz unauffällig und harmonisch vor sich. Die Burschen gehen ein wenig vorwärts und machen eine viertel Drehung im Uhrzeigersinn. Das fremde Dirndl geht durch das Tor, welches der Bursch durch weiteres Heben der neu gefaßten Innenhände gebildet hat (Der Bewegungsfluß des Arme Vorschwingens sollte nicht unterbrochen werden!), dreht sich gleich danach eine viertel Drehung gegen den Uhrzeigersinn und kommt so an die rechte Seite des fremden Burschen. Nun stehen Bursch 1 und Dirndl 2 nebeneinander, mit dem Rücken zur Kreismitte; Dirndl 1 steht links neben Bursch 2; beide mit Blick zur Kreismitte. Die neu gebildeten Paare stehen quer zur Ausgangsaufstellung. Es sollte darauf geachtet werden, daß Bursch und Dirndl nahe nebeneinander stehen.
4 Mit einem weiteren Dreierschritt gehen die neu gebildeten Paare ein wenig rückwärts auseinander.
5-8 Nun wiederholt sich das Aufeinanderzugehen und das Auseinandergehen, das neuerliche Aufeinanderzugehen, der Handwechsel in Schulterhöhe und der Partner- und Platzwechsel, wie in den Takten 1 bis 4 beschrieben. Am Ende von Takt 8 hat jeder wieder sein eigenes Dirndl an der Innenhand, jedoch stehen alle am Gegenplatz. Das Paar 1 schaut nun gegen, das Paar 2 in Tanzrichtung.
9-16 Das Händeschwingen und der Platzwechsel wiederholen sich entsprechend noch zweimal, wie in den Takten 1 bis 4 beschrieben. Am Ende stehen alle Paare wieder in der Ausgangsstellung. Während dieser 16 Takte haben die Burschen die vier Positionen der Aufstellung einmal im, die Dirndl einmal gegen den Uhrzeigersinn durchlaufen.
2. Figur: Mühle rechts/links.
1-4 Alle strecken die rechte Hand aus und ergreifen das Handgelenk des Dirndls bzw. des Burschen vor sich zur rechtshändigen Mühle. Diese dreht sich vier Takte lang im Uhrzeigersinn um die gemeinsame Achse.
5-8 Alle Handfassungen lösen. Jeder wendet sich eine halbe Drehung im Uhrzeigersinn und greift zur Mitte zur linkshändigen Mühle. Diese dreht sich vier Takte lang gegen den Uhrzeigersinn um die gemeinsame Achse. Nun sollten alle wieder an den Ausgangsplätzen sein.
Walzer zum nächsten Paar.
1-8 Es folgen acht Takte langsamer, ausgetreter Walzer in Rundtanzfassung. Dabei umrunden sich die Paare gegenseitig einmal gegen den Uhrzeigersinn und tanzen dann zum nächsten Paar weiter. Die Paare 1 kommen dabei in, die Paare 2 gegen Tanzrichtung weiter.

Damit ist ein Durchgang beendet. Der Tanz setzt sich fort mit Partner- und Platzwechsel der neu gruppierten Paare.