Ausgabe August 2015, Walter Bucksch, www.volkstanzkreis-freising.de

Kuhländer Dreher
(Der Sudetendeutsche)

Das Kuhländchen ist eine historische Landschaft im Osten Tschechiens (Mähren). Nach einem Artikel in der Wikipedia leitet sich der Name der Landschaft vom Adelsgeschlecht Krawarn ab, während die deutsche Übersetzung auf Kráva = Kuh zurückgeht. Der Name "Kuhländer Dreher" ist nach Karl Horak in der Tanzpflege entstanden. In manchen Tanzsammlungen heißt er auch "Der Sudetendeutsche". Aufgezeichnet wurde der Tanz von Fritz Kubiena, aber auch von Oswald Fladerer. Im Druck erschienene Tanzbeschreibungen gibt es im Spinnradl, Folge vier, 1974 im Musikverlag Josef Preißler, sodann im Heft "Sudetendeutsche Volkstänze" herausgegeben vom Bundesverband der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Referat "Kultur und Volkstumspflege", Verlagshaus Sudetenland München 1987 (ISBN 3-922423-27-2) und in Bayerische Volkstänze, Seite 11, Erna Schützenberger, Passau, Frühjahr 1935, Eigenverlag. Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollzähligkeit.
Der Tanz kommt in unserer Gegend nur selten vor. Die Musik ist im 2/4 Takt.
Musikquelle: CD "Sudetendeutsche Volkstänze", Folge 1, Prod. Nr. E6
Bay. Landesverein für Heimatpflege e.V., Ludwigstr. 23 Rgb., 80539 München.
Tanzbeschreibung
Beliebig viele Paare auf der Kreisbahn. Bursch und Dirndl stehen sich gegenüber, er mit dem Rücken zur Kreismitte. Normale Rundtanzhaltung, die gefaßten und gestreckten Arme (sein Linker, ihr Rechter) weisen in Tanzrichtung.
Takt Schritte und Bewegungen
1. Figur: Wiegeschritte hin und her.
1 Der Bursch steht auf dem Rechten das Dirndl auf dem linken Fuß. Die Paare machen einen Nachführschritt in Tanzrichtung, wobei er mit dem Linken sie mit dem rechten Fuß beginnt. Die anderen Füße werden beigestellt, aber nicht belastet. Dies ist ein "Wiegeschritt" in Tanzrichtung.
2 Es folgt die gegengleiche Beinbewegung: Die Paare machen einen Nachführschritt gegen Tanzrichtung, wobei er mit dem Rechten sie mit dem linken Fuß beginnt. Er steht nun wieder auf dem Rechten, sie auf dem linken Fuß. Die anderen Füße werden beigestellt, aber nicht belastet. Dies ist ein Wiegeschritt gegen Tanzrichtung.
2. Figur: Drei Dreherschritte, dann Beistellen und belasten des freien Fußes.
3,4 Die Paare machen mit drei Dreherschritten eine Umdrehung um die Paarachse, er beginnt mit dem Linken sie mit dem rechten Fuß. In der zweiten Zählzeit des vierten Taktes stellt der Bursch den Rechten, das Dirndl den linken Fuß bei und belastet ihn. Dadurch wird die Drehbewegung abgestoppt. Er steht dann wieder auf dem auf dem Rechten das Dirndl auf dem linken Fuß wie zu Beginn der Tanzes (Takt 1).

Die Bewegungen in den Takten 1 bis 4 (Nachführ- und Dreherschritte) werden wiederholt solange die Tanzlmusi die Weise spielt. Dazu gibt es folgende Texte, die ich o.g. Heft "Sudetendeutsche Volkstänze" entnommen habe:

Ich bien amol of Brawe gonge am Sontich frie,
Do hots mr naien Schnee geschait bis o die Knie.
   
Wenn mei Vatr reich wär un hätt vil Geld,
Da mocht ich mr a Mädl frein, die mir gefällt.
   
Da wollt ich zu mein Schätzel gehn am Sonntag früh,
S' hat aber neuen Schnee geschneit bis an die Knie.