Ausgabe November 2007, Walter Bucksch, www.volkstanzkreis-freising.de

Lustiger Walzer

Hermann Derschmidt hat den "Lustigen Walzer" 1924 in Rohrbach im Mühlviertel aufgezeichnet und im Buch: "Tänze aus Oberösterreich" (ISBN 3-85393-032-8) Seite 108 veröffentlicht. Sein Gewährsmann, Franz Kaiser, erklärte, daß die Bezeichnung "lustig" hier keineswegs "komisch, spaßig oder erheiternd" sondern eher "leichtfüßig und beschwingt" bedeutete. Außer in "Tänze aus Oberösterreich" gibt es noch andere Veröffentlichungen z.B. im "Spinnradl, Unser Tanzbuch", Fünfte Folge, Musikverlag Josef Preissler 1974, München, oder in "Österreichische Tänze" Teil II, 3. Auflage, Wien 1985, (ISBN 3-215-01554-4); hier heißt er allerdings "Der Lustige". Erna Schützenberger hat 1954 in Obernzell im Bayerischen Wald einen "Lustigen Walzer" aufgezeichnet, der das Schwerfällige und vielleicht Tölpelhafte betont, und im "Spinnradl, Unser Tanzbuch", Erste Folge veröffentlicht. Diese Version werde ich in der folgenden Tanzbeschreibung nicht berücksichtigen. In der Münchner Gegend kommt der "Lustige Walzer" nicht sehr häufig vor, er ist aber leicht durch Abschauen nachzumachen, da der Tanz eine Variante des bekannten Haxenschmeißers ist.
Musikquelle: CD5 "Tänze aus Oberösterreich", SW 010123-2.
Bezugsquelle: OÖ Volksliedwerk A-4020 Linz, Landstraße 31.
Tanzbeschreibung
Beliebig viele Paare auf der Kreisbahn, das Dirndl rechts vom Burschen, Blick in Tanzrichtung (Flankendoppelkreis). Er hält mit seiner rechten die linke Hand des Dirndls. Die Arme sind gestreckt und hängen locker herab. Die freien Hände, sein linker und ihr rechter, liegen am eigenen Rücken an oder sind in der Hüfte eingestützt. Keine Tanzbewegung während des Vorspiels.
Takt Schritte und Bewegungen
1. Figur: Kreuzende Schwingschritte in Tanzrichtung.
1 Bursch und Dirndl machen mit den Außenfüßen einen kleinen Schritt in Tanzrichtung und schwingen die inneren leicht über die äußeren Füße. Dabei wird der Oberschenkel ein wenig angehoben und das Bein etwas angewinkelt. Auf keinen Fall soll das Bein beim Überschwingen gestreckt bleiben. Die Ferse des Standbeins hebt sich dabei vom Boden ab. Die gefaßten Innenhände, seine rechte und ihre linke, schwingen in Tanzrichtung mit, aber höchstens hüfthoch und die Tanzenden drehen sich ein wenig auseinander. Am Ende von Takt 1 werden die Innenfüße neben die Außenfüße gestellt, was gleichzeitig den Anfangsschritt für die nachfolgende, gegengleiche Figur ist.
Je nach Stimmung kann der Bursch auf dem linken Fuß aufhüpfen oder auch den Anfangsschritt stampfend ausführen. Das Dirndl hält sich dabei zurück.
2 Beide schwingen die Außenfüße leicht über inneren Füße. Die Ferse des Standbeins, sein rechtes, ihr linkes Bein, hebt sich dabei vom Boden ab. Die Innenhände schwingen etwas gegen Tanzrichtung und die Tanzenden drehen sich ein wenig zueinander. Am Ende von Takt 2 werden die Füße zurückgestellt.
3,4 Wiederholung der Schwingschritte wie in den Takten 1 und 2 beschrieben. Am Ende von Takt 4 wenden sich die beiden zueinander und nehmen normale Tanzhaltung ein.
2. Figur: Rechtswalzer.
5-8 In der geschlossenen Rundtanzhaltung tanzen die Paare Walzer und drehen sich dabei zweimal im Uhrzeigersinn . Er beginnt mit dem linken Fuß nach schräg links rückwärts, sie mit dem rechten Fuß nach schräg rechts vorwärts. Am Schluß von Takt 8 nehmen die Paare wieder Anfangshaltung auf der Kreisbahn ein: Sie rechts von ihm, Innenhände gefaßt, Blick in Tanzrichtung.

Damit ist ein Durchgang beendet. Der Tanz geht weiter mit dauernder Wiederholung der Figuren 1 und 2.