Ausgabe April 2003, Walter Bucksch, www.volkstanzkreis-freising.de

Marschierboarisch

Rudolf Tinsobin hat diesen Tanz 1930 Hermann Derschmidt mitgeteilt. Die Herkunft dieser Kurzform eines "Almerischen" ("Steirischen") nach der Melodie eines Boarischen ist ungeklärt. Eine Beschreibung dieses weit verbreiteten Tanzes steht z.B. in Heft eins, Seite 17, von "Spinnradl, Unser Tanzbuch" Musikverlag Josef Preissler, München. Die Ausführung des Tanzes ist jedoch je nach Gegend oder Tanzkreis leicht unterschiedlich.
Musikquelle: "Zum Tanz'n bin i ganga..." Mit der Aichacher Bauernmusi. acad 0896
Bezugsquelle: Tonstudio Bernhard Mahne GmbH, 86911 Diessen am Ammersee.
Tanzbeschreibung
Bursch und Dirndl nebeneinander auf der Kreisbahn, Innenhände gefaßt, Außenfüße beginnen.
Takt Schritte und Bewegungen
Einleitung
1-8 Acht Takte gehen in Tanzrichtung, Innenhände schwingen leicht mit, aber nicht mehr als hüfthoch. Diese Figur wird nur zu Beginn des Tanzes ausgeführt, bei Wiederholungen nicht mehr.
1. Figur, Einwickeln
1-8 Ohne den Gehschritt zu unterbrechen hebt der Bursch den linken Arm vor sich bis etwa in Kopfhöhe und führt das Dirndl an seiner rechten Hand gegen den Uhrzeigersinn um sich herum bis sie wieder an seiner rechten Seite angelangt ist. Mit seiner Linken ergreift er die rechte Dirndlhand. Beide strecken die Arme vor und gehen so in Tanzrichtung weiter bis diese acht Takte zu Ende sind.
2. Figur, Ausschlupfen mit Kniefall
1-8 Auf das erste Viertel von Takt 1 stampft der Bursch beidbeinig oder auch nur mit dem linken Fuß auf, geht in die Knie und schlüpft aus der Armschlinge, die um seinen Rücken herumgeht, nach hinten heraus. Ohne die Handfassung zu ändern, führt er das Dirndl von der rechten auf die linke Seite und hebt seinen linken Arm über ihren Kopf und Schulter. Seine Rechte und die gefaßte linke Dirndlhand werden nach vorne gestreckt. In dieser Haltung gehen beide die restlichen Takte dieser Figur in Tanzrichtung weiter.
3. Figur, Fenster
1-8 Die gefaßten Hände über Kopf gehoben, wird das Dirndl, ohne das Gehen zu unterbrechen, nach rechts geführt und dabei zweimal gegen den Uhrzeigersinn gedreht. Die rechte Burschenhand mit der gefaßten linken Dirndlhand bleiben hochgehoben (Der rechte Unterarm vom Burschen wird waagerecht gehalten), während die beiden anderen gefaßten Hände gesenkt werden bis sie auf dem Oberarm des Dirndl aufliegen. Es entsteht so ein halboffenes Fenster durch das sich beide ansehen. In dieser Fassung wird bis zum Ende des 8. Taktes in Tanzrichtung weitergegangen.

Damit ist der Tanz einmal durchgetanzt. Spielt die Musik weiter, üblicher Weise gibt es mehrere Durchgänge, beginnt der Tanz wieder mit der ersten Figur, dem Einwickeln. Die Einleitung, also das Gehen in Tanzrichtung, wird nicht wiederholt. Der Übergang zur ersten Figur geschieht so:
Übergang zur ersten Figur: Dazu löst der Bursch die linke Handfassung, dreht sein Dirndl einmal vor sich im Uhrzeigersinn, hebt seinen eigenen linke Arm vor sich bis etwa in Kopfhöhe und führt das Dirndl an seiner rechten Hand gegen den Uhrzeigersinn um sich herum bis sie wieder an seiner rechten Seite angelangt ist. Siehe oben, Figur 1.
Alternativer Übergang: Die Handfassungen werden nicht gelöst. Der Bursch hebt die Arme, dreht das Dirndl beidarmig ein halbes mal im Uhrzeigersinn zur Gegenüberstellung und führt es mit der linken erhobenen Hand und der gefaßten rechten vom Dirndl gegen Uhrzeigersinn um sich herum bis es wieder an seiner rechten Seite angelangt ist. Dabei geht die Armschlinge gebildet aus seinem linken und des Dirndls rechtem Arm über seinen Kopf. Während das Dirndl den Burschen umrundet, senkt er seinen rechten Arm und legt die Hand mit der gefaßten linken vom Dirndl an seine linke Hüfte. Damit ist das Einwickeln wie in Figur 1 abgeschlossen.
In beiden Übergangsversionen soll das Gehen in Tanzrichtung nicht unterbrochen werden.