Ausgabe November 2007, Walter Bucksch, www.volkstanzkreis-freising.de

Masianer

Der Masianer ist unter verschiedenen Namen und Spielarten verbreitet. Die hier beschriebene Version kommt aus Ruhpolding und ist im Chiemgau und darüber hinaus bekannt. Georg Kaufmann hat diesen Tanz in seiner Sammlung "Chiemgauer Tänze", Verlag Musikhaus Fackler, Traunstein, Oberbayern, 1966, niedergeschrieben. In dieser Beschreibung werden die Drehungen mit jeweils zwei Walzerschritten beschrieben. In der Tanzpraxis im weiteren Umkreis von München werden allerdings statt zweier Walzerschritte vier Gehschritte und eine Pause gemacht. Es gibt auch einen Masianer aus der Gegend von Hemau, ca. 20 km nordwestlich von Regensburg, der allerdings mehr an den Ochsentritt (Veitscher Masur) erinnert und hier nicht berücksichtigt wird. Der Masianer kommt auf öffentlichen Volkstanzfesten in unserer Gegend recht häufig vor, er gehört zu den Bairischen Volkstanz Grundtänzen.
Musikquelle: Ariola LP 75 599 IT (75 598/99B)
"Bairisches Bilder- und Notenbuch" aufgeschlagen von Wastl Fanderl.
Tanzbeschreibung
Beliebig viele Paare auf der Tanzfäche. Normale Tanzhaltung, der Bursch mit dem Rücken zur Kreismitte (Stirndoppelkreis). Keine Tanzbewegung während des Vorspiels. Die Musik ist im ¾ Takt gesetzt.
Takt Schritte und Bewegungen
1. Figur: Seitstellschritte in Tanzrichtung und ganze Drehung gegen den Uhrzeigersinn ↶
1,2 Bursch und Dirndl machen zwei Seitstellschritte in Tanzrichtung, er beginnt mit dem linken, sie mit dem rechten Fuß, wobei die Füße jeweils in der ersten und dritten Zählzeit eines jeden Taktes gesetzt werden.
3,4 Er mit dem linken, sie mit dem rechten Fuß beginnend dreht sich das Paar mit vier kleinen Gehschritten gegen den Uhrzeigersinn  ein ganzes mal am Platz um die Paarachse. Dazu werden der ganze Takt 3 und das erste Viertel von Takt 4 benötigt. Die letzten beiden Viertel des vierten Taktes sind Pause. Am Ende von Takt 4 muß der Bursch wieder mit dem Rücken zur Kreismitte stehen.
Statt in Ruhe zu verharren, sieht man auch, daß die Tanzenden in der zweiten Zählzeit des vierten Taktes den linken (das Dirndl den rechten) Fuß in Tanzrichtung ausstellen, so als ob sie die Drehung abfangen wollten, und in der dritten Zählzeit wieder beistellen.
5-8 Wiederholung der Seitstellschritte und der Drehung gegen den Uhrzeigersinn , wie in den Takten 1 bis 4 beschrieben.
2. Figur: Vier Drehungen um die Paarachse abwechselnd im ↷ und gegen den Uhrzeigersinn ↶.
9,10 Die Paare machen in normaler Tanzhaltung mit vier kleinen Schritten eine Drehungen im Uhrzeigersinn  um die Paarachse. Der Bursch beginnt mit dem rechten, das Dirndl mit dem linken Fuß. Die letzten beiden Viertel des zehnten Taktes sind Pause. Der Ablauf der Drehung im Uhrzeigersinn  ist gegengleich zu der in den Takten 3 und 4 beschriebenen Weise.
11,12 Mit vier kleinen Schritten eine Drehungen gegen den Uhrzeigersinn  um die Paarachse, sonst wie in den Takten 9 und 10.
13,14 Eine Drehungen im Uhrzeigersinn  wie in den Takten 9 und 10 beschrieben.
15,16 Eine Drehungen gegen den Uhrzeigersinn  wie in den Takten 9 und 10.
Bei diesen Drehungen ist es nicht wichtig wie weit man dreht, wenn nur alle Drehungen gleich weit ausgeführt werden und der Bursch am Ende von Takt 16 in normaler Tanzhaltung wieder mit dem Rücken zur Kreismitte steht, damit die beim Anfang des nächsten Durchgangs notwendigen Seitstellschritte in Tanzrichtung ausgeführt werden können.

Damit ist ein Durchgang beendet. Der Tanz setzt sich fort mit dauernder Wiederholung der Figuren 1 und 2.