Ausgabe Oktober 2004, Walter Bucksch, www.volkstanzkreis-freising.de

Neubayrischer
(S'Deandl mitn rotn Miada)

Der Neubayrische entstand Anfang des 19. Jahrhunderts in Oberbayern und kam schon 1815 nach Österreich. Wie Ludwig Berghold in "Vokstänze aus Niederösterreich" beschreibt, hat sich der Tanz wenig verändert und wurde schon damals fast genauso getanzt wie er heute bei uns üblich ist. Die älteste Weise ist 1815 aus Gmunden am Traunsee in Oberösterreich überliefert. Speziell in Österreich gibt es daneben noch viele Varianten des Tanzes, die sich dort mit der Zeit entwickelt haben. Auch in Bayern sind Abwandlungen bekannt, die sich dadurch unterscheiden, daß Wiederholungen fehlen. Wegen eines Liedtextes wird der Tanz hierzulande auch wohl "S'Deandl mitn rotn Miada" genannt.
Musikquelle: CD 3051 "D' Moosdorfegger", LC6833.
Bezugsquelle: Sissi Taubert, Am Grundberg 1, 82229 Hechendorf.
Tanzbeschreibung
Das Dirndl steht rechts neben dem Burschen auf der Kreisbahn, beide mit Blick in Tanzrichtung. Die Innenhände sind gefaßt, die Arme hängen locker herab. Die Musik ist im dreiviertel Takt. Keine Tanzbewegung während des Vorspiels. Alle beginnen mit dem Außenfuß.
Takt Schritte und Bewegungen
1. Figur: Gehen, Hände schwingen, erst stampfen dann paschen (2x).
1 Mit den Außenfüßen beginnend machen Bursch und Dirndl einen Dreierschritt in Tanzrichtung. Dabei schwingen sie die gefaßten Innenhände vor, aber nicht mehr als hüfthoch und drehen sich ein wenig auseinander.
2 Mit den Innenfüßen beginnend folgt ein Dreierschritt in Tanzrichtung. Dabei schwingen die gefaßten Innenhände nach hinten, gegen Tanzrichtung und Bursch und Dirndl wenden sich etwas zueinander.
3,4 Ohne den Bewegungsfluß zu unterbrechen, folgt in der ersten Zählzeit des dritten Taktes ein Schritt mit den Außenfüßen in Tanzrichtung. Danach verharren die Tanzenden. Die Arme werden nur noch wenig vorgeschwungen, man wendet sich mit der Front in Tanzrichtung. In der dritten Zählzeit stampft der Bursch mit dem rechten und gleich danach in der ersten Zählzeit des vierten Taktes mit dem linken Fuß auf. Das Dirndl deutet das Stampfen mit den gegengleichen Füßen nur an. Im vierten Takt werden die Innenarme etwas gegen Tanzrichtung bewegt, damit man bei der Wiederholung der Figur nach vorne schwingen kann.
5-8 Die Bewegungen werden wiederholt, wie in den Takten 1-4 angegeben, jedoch wird das Stampfen durch Klatschen in die eigenen Hände ersetzt. Am Ende von Takt 8 belasten beide die Innenfüße.
2. Figur: Dirndl drehen.
9-12 Der Bursch hebt die rechte Hand mit der gefaßten linken vom Dirndl und hält sie ihr über den Kopf, damit sie sich unter den Händen einmal pro Takt im Uhrzeigersinn drehen kann. Sie kommt dabei in Tanzrichtung vorwärts und er geht in Geh- oder Dreierschritten nebenher. Der Bursch muß die Drehung seines Dirndls so steuern, daß er mit den gefaßten Innenhänden nahtlos in das Vorwärtsschwingen bei der nachfolgenden Wiederholung der Figur 1 überleiten kann.
3. Figur: Gehen, Hände schwingen, erst stampfen dann paschen (1x).
13-20 Das Gehen, Hände schwingen und stampfen bzw. paschen wird wiederholt, wie in den Takten 1-8 angegeben, jedoch insgesamt nur einmal durchgeführt. Am Ende von Takt 20 Rundtanzfassung einnehmen.
4. Figur: Walzer.
1-16 In beliebiger Rundtanzfassung zweimal 8 Takte Walzer tanzen.

Damit ist ein Durchgang des Tanzes beendet. Er beginnt von vorne mit Gehen und Hände Schwingen.

Nachfolgend einige Liedstrophen die zum Neubayrischen passen:

         1.   Und's Deandl mitn roten Miada
Des is ma de allerliaba!
Und's Deandl mitn roten Miada
Des is ma de allerliaba!
Und sollts ma net de allerliaba sein,
Wann i kimm, laßts mi ei,
's Deandl mitn roten Miada
Des is ma de allerliaba!
2.   A Nagerl und Rosmarin,
Schöns Deandl, jetzt geh i dahin!
A Nagerl und Rosmarin,
Schöns Deandl, jetzt geh i dahin!
Geh zu der hintern Tür,
is a kloans Riegerl für.
's Riegerl, des hebst dir halt aus,
liabs Büabal, kimm eini ins Haus!
    
        3.   Ja Deandl, was sagn deine Leut,
Wann di'as Liabn gar a so gfreut?
Ja Deandl, was sagn deine Leut,
Wann di'as Liabn gar a so gfreut?
Und sagn sie was oda net,
Mei Büabal laß i net!
Eh i mei Büabal laß stehn,
Kunnt i glei selm davo gehn!
4.   Und wann i vom Deandl weggeh,
na schwing i mei Hüatal in d' Höh!
Und wann i vom Deandl weggeh,
na schwing i mei Hüatal in d' Höh!
Ja, Nagerl und Rosmarin,
Deandl, jetzt gehts dahin!
O du liabs Deandl - pfiat di!
Leicht, daß i di gar nimma sieh!