Ausgabe Oktober 2006, Walter Bucksch, www.volkstanzkreis-freising.de

Veitscher Masur
(Ochsentritt, Veitscher Ochsengalopp)

Die Veitscher Masur ist eine Polka Mazurka. Der Name deutet schon an, daß er mit dem Ort Veitsch, ca. 15 km westlich von Mürzzuschlag, nahe dem Mürztal zu tun hat. Wie in Heft 3, Seite 7, von "Spinnradl, Unser Tanzbuch" Musikverlag Josef Preissler, München, von 1974, beschrieben wird, wurde die Tanzform 1925 von Erwin Bischof in Hafendorf an der Mürz unweit von Bruck an der Mur aufgezeichnet. Der Tanz hat viele verschiedenen Namen. Außer unter den in der Überschrift genannten ist er auch noch unter Gaisbergpolka und Koppler Masolka bekannt, was darauf hindeutet, daß die Tanzform in Südtirol bekannt war und auch dort (vielleicht gleichzeitig) entstanden sein könnte. Eine weitere Veröffentlichung findet man im Buch: "Tänze aus Kärnten", der LAG Österreichischer Volkstanz Kärnten, Klagenfurt, Villach 1997, Seite 29. Hiernach hat Romuald Pramberger diesen Tanz bereits 1924 erwähnt.
Vielfältig wie die Namen sind auch die Tanzvarianten der Veitscher Masur: In der Aufzeichnung von Anton Novak in "Tänze aus Kärnten" erfolgt der Aufsprung im Mazurkaschritt immer schräg seitwärts nach vorne, im "Spinnradl" und auf der Schallplattenhülle der Einspielung der Firma Kögler ist der Aufsprung im ersten Takt vorwärts, der zweite im dritten Takt rückwärts parallel zur Kreisbahn, aber nie schräg zu ihr. In der "Volkstanzmappe A", herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft für Volkstanz und Heimatpflege beim Landesjugendreferat Steiermark, Graz, Karmeliterplatz 2, schreibt Fritz Frank, daß der Mazurkaschritt jedes mal mit geradeaus gerichteten Sprüngen beginnt. In allen Beschreibungen wird jedoch erwähnt, daß die zweite Drehung im vierten Takt rechts oder links herum gemacht werden kann. Die nachfolgende Beschreibung lehnt sich an die in der österreichischen "Volkstanzmappe A" gegebene an.
Bei uns in der Münchner Gegend wird der "Ochsentritt" nur gelegentlich in Tanzkreisen getanzt. Auf Volkstanzfesten haben ich ihn noch nicht gesehen.
Musikquelle: MC "Volkstänze II", Pfeffertrio
Kontaktadresse: Arbeitsgemeinschaft für Volkstanz und Heimatpflege
Landesjugendreferat Steiermark, Karmeliterplatz 2, A-8011 Graz.
Tanzbeschreibung
Bursch und Dirndl nebeneinander auf der Kreisbahn, Dirndl rechts vom Burschen, Blick in Tanzrichtung. Normale Tanzhaltung, etwas geöffnet. Sein linker und ihr rechter Arm sind waagerecht in Tanzrichtung gestreckt, die Hände sind gefaßt. Die Außenfüße beginnen. Vorspiel ohne Tanzbewegung abwarten.
Takte Schritte und Bewegungen
Mazurkaschritt in Tanzrichtung.
1 Ein Mazurkaschritt in Tanzrichtung:
In Zählzeit 1 springt der Bursch mit dem linken, das Dirndl mit dem rechten Bein ausfallartig in Tanzrichtung geradeaus vorwärts. Man sollte darauf achten, daß man nicht gleichzeitig mit den Innenfüßen nach hinten ausschlägt! Es sind die gefaßten Außenarme vorgestreckt, der Blick ist in Tanzrichtung.
In Zählzeit 2 und 3 springen beide in den Knien federnd auf den Innenfüßen (sein rechter, ihr linker) zweimal auf. Insgesamt leicht in Tanzrichtung vorwärts kommen.
Dreimal auf den Außenfüßen aufhüpfen und drehen.
2 Bursch und Dirndl hüpfen drei mal leicht federnd auf den Außenfüßen (sein linker, ihr rechter) auf und vollführen dabei eine halbe Drehung um die Paarachse gegen den Uhrzeigersinn zum Blick gegen Tanzrichtung.
Mazurkaschritt gegen Tanzrichtung.
3 Ein Mazurkaschritt gegen Tanzrichtung:
In Zählzeit 1 springt der Bursch mit dem rechten, das Dirndl mit dem linken Bein geradeaus vorwärts, also gegen Tanzrichtung. Es sind die gefaßten Außenarme vorgestreckt, der Blick ist gegen Tanzrichtung.
In Zählzeit 2 und 3 springt er auf dem linken, das Dirndl auf dem rechten Fuß (Innenfüße) zweimal auf. Insgesamt etwas gegen Tanzrichtung vorwärts kommen.
Dreimal auf den Außenfüßen aufhüpfen und drehen.
4 Im Knie leicht federnd hüpft er drei mal auf dem rechten, sie drei mal auf dem linken Fuß auf (Außenfüße). Beide vollführen dabei eine halbe Drehung gegen den Uhrzeigersinn zum Blick in Tanzrichtung.
Diese Drehung kann auch im Uhrzeigersinn erfolgen.

Mit diesen vier Takten ist ein Durchgang des Tanzes beendet. Er setzt sich fort mit Wiederholung der Mazurkasprünge und Drehungen.