Ausgabe Feb. 2004, Walter Bucksch, www.volkstanzkreis-freising.de

Pernecker Quadrill'
(Mit'n Kopf z'samm)

Die Pernecker Quadrill' ist ein Walzer-Scherztanz aus dem Bergmannsdorf Perneck südöstlich von Bad Ischl in Oberösterreich. Mit seinen Bewegungen und seinem deftigen Gesang könnte er wohl das höfische Menuett parodieren, welches im 18. Jahrhundert im Salzkammergut bei Hochzeiten üblich war. Hermann Derschmidt hat diesen Tanz 1984 aufgeschrieben und im Buch: "Tänze aus Oberösterreich" (ISBN 3-85393-032-8) Seite 163ff veröffentlicht. Die Gewährsleute sind Lois und Klaus Neuper aus Steeg in der Gemeinde Bad Goisern.
Musikquelle: CD2 "Tänze aus Oberösterreich", SW 010083-2, LC6575.
Bezugsquelle: OÖ Volksliedwerk A-4020 Linz, Landstraße 31
Tanzbeschreibung
Bursch und Dirndl stehen sich auf der Kreisbahn gegenüber, er mit dem Rücken zur Kreismitte, und nehmen gewöhnliche Rundtanzfassung ein. Der Tanz beginnt ohne Einleitung mit Walzer.
Takt Schritte und Bewegungen
1. Figur: Viermal 8 Takte Walzerrundtanz.
1-32 Alle tanzen Walzer in gewöhnlicher Fassung. Der Bursch sollte darauf achten, daß er am Ende mit dem Rücken zur Kreismitte steht, das Dirndl ihm gegenüber.
2. Figur: Verbeugungen und erste Strophe singen.
1 Die linke Handfassung wird gelöst, er faßt mit der rechten die linke Hand des Dirndls. Der Abstand zu ihr sollte ein guter Schritt sein. Bursch und Dirndl verbeugen sich betont höflich und tief voreinander, sodaß sie sich beinahe mit dem Kopf berühren. Sein rechter und ihr linker Arm werden bei gefaßten Händen fast waagerecht gegen Tanzrichtung gestreckt. Die "Außenfüße" werden etwas zur Seite gestellt.
2 Beide richten sich wieder auf und drehen sich am Platz um die eigene Achse: Sie im, er gegen den Uhrzeigersinn. Nun verbeugen sich beide nach außen, wobei sich die Hinterteile durchaus, jedoch niemals grob, berühren dürfen. Die Arme werden fast waagerecht, diesmal in Tanzrichtung ausgestreckt. Die "Außenfüße" werden etwas zur Seite gestellt.
3-8 Das Verbeugen zueinander und auseinander wird noch dreimal wiederholt, also insgesamt viermal ausgeführt. Am Ende wieder gewöhnliche Rundtanzfassung einnehmen. Während dieser Figur singen alle die erste Strophe des Tanzliedes.
3. Figur: Zweimal 8 Takte Walzerrundtanz.
1-16 Walzerrundtanz in gewöhnlicher Fassung. Der Bursch sollte darauf achten, daß er am Ende mit dem Rücken wieder zur Kreismitte steht.
4. Figur: Verbeugungen und zweite Strophe singen.
1-8 Das Verbeugen zueinander und auseinander geschehen wie in Figur 2 beschrieben. Während dieser Figur singen alle die zweite Strophe.
5. Figur: Zweimal 8 Takte Walzerrundtanz.
1-16 Walzerrundtanz in gewöhnlicher Fassung.
6. Figur: Verbeugungen und dritte Strophe singen.
1-8 Verbeugen zueinander und auseinander. Alle singen die dritte Strophe.
7. Figur: Zweimal 8 Takte Walzerrundtanz.
1-16 Walzerrundtanz in gewöhnlicher Fassung.
8. Figur: Verbeugungen und vierte Strophe singen.
1-8 Verbeugungen und die vierte Strophe singen.
9. Figur: Viermal 8 Takte Walzerrundtanz.
1-32 Walzerrundtanz in gewöhnlicher Fassung.
10. Figur: Verbeugungen und fünfte Strophe singen.
1-8 Verbeugungen und die fünfte Strophe singen.
11. Figur: Viermal 8 Takte Walzerrundtanz.
1-32 Walzerrundtanz in gewöhnlicher Fassung.

Damit ist der Tanz beendet. Nachfolgend die fünf Strophen des zugehörigen Tanzliedes:

1.   
Mit'n Kopf z'samm, mit'n Oarsch z'samm, mit der Beißzang zwick ma's Loch z'samm.
Mit'n Kopf z'samm, mit'n Oarsch z'samm, mit der Beißzang zwick ma's z'samm.
2.   
Bei da Wischbänk, bei der Waschbänk, bei der Weinbeerlplanka,
Ja, da sitzt der Herr Pfarra und tuat Vögl fanga.
3.   
Und bald fangt er an Vogl, und bald fangt er an Fisch,
Und hiazt hat er sei Köchin bei da Haxn dawischt.
4.   
Auf'm Heubodn liegt a Mensch drobn, wanns a scheene war, war i längst scho da,
Weils a schieache is, is ma's allweil gwiß, weils am Heubodn drobn is.
5.   
Und im Himml hams an Schimml und der Schimml scheißt Geld,
Und an so an Scheißschimml sollt ma habm auf da Welt.