Ausgabe Oktober 2009, Walter Bucksch, www.volkstanzkreis-freising.de

Radetzky-Marsch.

Der Radetzky-Marsch ist ein Wechseltanz, der mit dem Jägermarsch verwandt ist. Mit dem gleichnamigen Marsch von J. Strauß hat er nichts zu tun. Woher die Namensgleichheit kommt, ist mir nicht bekannt. Dieser Volkstanz kommt aus Arnreit, südlich von Rohrbach, im Mühlviertel, einer Landschaft zwischen Passau und Linz nördlich der Donau. Im Jahr 1924 hat Hermann Derschmidt diesen Tanz aufgezeichnet und im Buch: "Tänze aus Oberösterreich" Seite 89  veröffentlicht (ISBN 3-85393-032-8). Eine kurze Beschreibung erschien auch in Heft fünf, Seite 8, von "Spinnradl, Unser Tanzbuch" Musikverlag Josef Preissler, München. Ich selbst habe den Radetzky-Marsch auf einer Tanzwoche in Zell an der Pram kennen gelernt, auf einem öffentlichen Tanzfest habe ich ihn noch nicht gesehen..
Musikquelle: CD3 "Tänze aus Oberösterreich", LC6575, sw 010094-2.
Bezugsquelle: OÖ Volksliedwerk A-4020 Linz, Landstraße 31.
Tanzbeschreibung
Die Paare stehen nahe beieinander auf der Kreisbahn, Blick in Tanzrichtung, die Innenhände sind gefaßt. Der Bursch hat den rechten Arm angewinkelt und drückt mit seinem rechten Ellenbogen den abgewinkelten, linken Arm des Dirndls an sich. Ihr rechter Arm hängt locker herab oder ist an den Rücken gelegt. Die ersten beiden Tanzteile sind im 3/4, der dritte im 4/4 Takt. Einleitung ohne Tanzbewegung abwarten.
Takt Schritte und Bewegungen
1. Figur: Im Kreise gehen und singen.
1-8 Zu Beginn der Figur, im Auftakt der Musik, legen die Burschen die linke Hand auf die linke Schulter des Vordermannes und fangen an zu singen: Bua, wannst an...... Die Dirndl dürfen, ja sollen auch mitsingen. Beim ersten Viertel des ersten ganzen Taktes, wenn man singt....Äpfel....., fangen alle an, in Tanzrichtung zu gehen. Die Burschen beginnen mit dem linken, die Dirndl mit dem rechten Fuß.
Der Liedtext ist:
Bua, wannst an Äpfel schälst und du ißt'n net,
Und wanns'd a Dirndl liabst und sie mag di net,
Und wannst ins Wirsthaus gehst und d' Kelln'rin schenkt net ein,
Da muaßt a rechter Batzenlippl sein!

Die unterstrichenen Textteile sind etwas betont und werden abwechselnd mit dem linken und rechten Fuß getanzt.
2. Figur: Burschen paschen paarweise, Dirndl gehen gegen Tanzrichtung.
1-8 Alle Fassungen lösen.
Die Dirndl machen eine halbe Drehung im Uhrzeigersinn  und gehen während der ganzen Figur auf der Kreisbahn gegen Tanzrichtung hintereinander her um die Burschen herum.
Diese stellen sich zu zweit oder zu dritt zusammen (jeder zweite dreht sich um) und paschen im Zweiertakt d.h. in regelmäßigen Abständen, nicht auf Zählzeit 1 und 3 eines jeden Taktes. Sie klatschen abwechselnd erst in Brusthöhe in die eigenen, dann mit dem Gegenüber in die ungleichnamigen Hände, rechts in links und links in rechts.
3. Figur: Polka Rundtanz mit einem Zufallspartner.
1-16 Die Burschen tanzen Polka in Rundtanzfassung mit dem Dirndl, das ihnen am Ende der zweiten Figur am nächsten steht (Zufallspartner). Es ist auch möglich, daß sich das Dirndl zu einem Burschen stellt, mit dem sie gerne tanzen möchte.
Beim Rundtanz sollte darauf geachtet werden, daß an dessen Ende alle nahe genug im Kreis beeinanderstehen, damit die Anfangsaufstellung ohne viel Zeitverlust eingenommen werden kann. Man bleibt dabei nicht mehr stehen wie zu Beginn des Tanzes.

Damit ist ein Durchgang beendet. Der Tanz setzt sich fort mit Wiederholung der Figuren 1 bis 3.