Ausgabe Juni 2013, Walter Bucksch, www.volkstanzkreis-freising.de

Schneckensoße
(La Sauce aux Lumas)

Den Tanz "La Sauce aux Lumas" (Schneckensauce) kommt aus Frankreich. Die Teilnehmer der Fahrt zum Kathreintanz in der Nibelungenhalle am 8. November 1986 haben ihn bei dem Volkstanzfest mit der Passauer Volkstanzmusi unter Leitung von Ernst Steindel gelernt und aus Passau mitgebracht. Wir hätten ihn dann wohl vergessen, wenn ihn nicht der Tanzkreis Hallbergmoos im Juni 2013 wieder aufgegriffen und an einem Übungsabend präsentiert hätte. In unserer Gegend habe ich von dem Tanz auf öffentlichen Tanzfesten noch nicht gehört, vielleicht wird er ja in den hiesigen Tanzkreisen gelegentlich gezeigt. Es gibt Musik zur "Schneckensauce" auf "You tube" unter dem Titel "La Sauce aux Lumas France FDP50" jedoch kein Video. Der Volkstanzkreis Passau bringt z.Zt. alle Landler und Figurentänze auf DVD's heraus, die sie im Programm haben. Es sollen insgesamt 19 DVD's werden, bis zum Juni 2013 sind die ersten zwei DVD's erschienen. Auf einer von ihnen ist auch der Tanz "La Sauce aux Lumas". Zu beziehen sind die Scheiben nur über den VTK Passau.
Musikquelle:  Lehrgangs-CD von Ernst Steindl, Leiter der Passauer Volkstanzmusi.
Tanzbeschreibung
Zu Beginn des Tanzes stehen Bursch und Dirndl nebeneinander auf der Kreisbahn mit Blick zur Kreismitte. Sie nehmen eine aufgeklappte Tanzhaltung ein d.h. seine linke Hand faßt ihre rechte, die zugehörigen Arme sind zur Kreismitte gestreckt. Die rechte Hand des Burschen hält die linke Hand des Dirndls hüfthoch an ihrem Rücken. Der Tanz ist im Viervierteltakt.
Takt Schritte und Bewegungen
1. Figur: Ferse-Spitze-Wechselschritt, vorwärts und rückwärts.
1 In den ersten zwei Vierteln des Taktes, bei leicht gebeugtem Standbein, wird die Ferse der Außenfüße, etwa einen Fuß weit in Richtung Kreismitte ohne Gewichtsübertragung aufgesetzt. Danach den selben Fuß mit der Spitze, wieder ohne Gewichtsübertragung, neben den Innenfüßen aufsetzen.
In den zweiten zwei Vierteln des Taktes, mit den Außenfüßen beginnend, einen Wechselschritt in Richtung Kreismitte ausführen. Das Körpergewicht ruht danach auf den Außenfüßen.
Kurzfassung: Ferse-Spitze-Wechselschritt vorwärts.
2 Es folgt nun die gegengleiche Fußbewegung. In den ersten zwei Vierteln des Taktes die Ferse der Innenfüße Richtung Kreismitte ohne Gewichtsübertragung aufsetzen, dann den selben Fuß mit der Spitze, wieder ohne Gewichtsübertragung, neben den Außenfüßen aufsetzen.
Anschließend, in den zweiten zwei Vierteln des Taktes mit den Innenfüßen beginnend, einen Wechselschritt rückwärts machen, ohne dabei die Körperhaltung zu verändern. Alle stehen nun wieder am Ausgangsplatz.
Kurzfassung: Ferse-Spitze-Wechselschritt rückwärts.
3,4 Die Tanzbewegungen der Takte 1 und 2 werden einmal wiederholt. Die Bewegungen Ferse-Spitze-Wechselschritt vorwärts und rückwärts erfolgen also zweimal nacheinander.
2. Figur: Gegenüberstellung einnehmen, Arme seitwärts strecken.
5,6 Bursch und Dirndl strecken langsam auch die anderen Arme waagerecht aus; er den rechten sie den linken, wobei er sich gleichzeitig ein halbes mal im Uhrzeigersinn  dreht. Nun stehen sich beide mit waagerecht gestreckten Armen auf der Kreisbahn gegenüber. Er schaut nach kreisaußen, sie zur Kreismitte. Zur gleichen Zeit stampft der Bursch in Takt 5 einmal mit dem linken, in Takt 6 einmal mit dem rechten Fuß auf. Das Dirndl stampft auch, aber gegengleich: In Takt 5 einmal mit dem rechten, in Takt 6 einmal mit dem linken Fuß.
7,8 In diesen beiden Takten stampfen beide dreimal nacheinander und etwas schneller als in den beiden Takten zuvor: Der Bursch links-rechts-links, das Dirndl rechts-links-rechts. Die Musik unterstützt den Rhythmus.
3. Figur: Seitgalopp in und gegen Tanzrichtung. (2 x 8 Takte)
1-8 In Gegenüberstellung mit seitwärts gestreckten Armen folgen nun 16 Seitgaloppschritte in Tanzrichtung. Der Bursch beginnt mit den linken, das Dirndl mit dem rechten Fuß:
Im ersten Viertel des ersten Taktes setzt er den linken, sie den rechten Fuß einen Schritt seitwärts in Tanzrichtung und belasten ihn.
Im zweiten Viertel macht der Bursch einen kleinen Hupfer, bei dem er den linken Fuß anhebt, etwas gegen Tanzrichtung bewegt und gleichzeitig den rechten Fuß an die Stelle setzt, wo der linke gewesen ist (Seitgaloppschritt nach links). Das Dirndl macht es gegengleich.
Im dritten Viertel bewegt der Bursch den linken Fuß weiter in Tanzrichtung und im vierten Viertel stellt der Bursch mit einem Hupfer den rechten Fuß dahin, wo der linke gewesen ist. Das Dirndl macht es wieder gegengleich. Auf diese Weise gibt es zwei Seitgaloppsprünge pro Takt in Tanzrichtung.
In den 8 Takten werden also insgesamt 16 Seitgaloppsprünge ausgeführt. Beim letzten Viertel des achten Taktes springen beide mit beiden Füßen auf.
Während dieser Galoppsprünge hält der Bursch die linke Hand mit der gefaßten rechten des Dirndls ein wenig tiefer als die rechte Hand mit ihrer gefaßten linken. Die Paare halten die Oberkörper und Arme möglichst ruhig, nicht auf- und abwippen.
9-16 Im zweiten Teil der Figur 3 machen die Tanzenden 16 Seitgaloppsprünge gegen die Tanzrichtung. Diese werden gegengleich zu den Bewegungen im ersten Teil der Figur 3 ausgeführt.
Nun hält der Bursch die rechte Hand mit der gefaßten linken des Dirndls ein wenig tiefer als die linke Hand. Beim letzten Viertel des sechzehnten Taktes springt der Bursch mit einer halben Drehung gegen den Uhrzeigersinn  in die Ausgangsposition von Figur 1 zurück.

Bei einer Wiederholung beginnt der Tanz von vorne mit Ferse-Spitze-Wechselschritt in Richtung Kreismitte, wie in Figur 1 beschrieben.