Ausgabe Februar 2009, Walter Bucksch, www.volkstanzkreis-freising.de

Schuliä

Der Schuliä gehört, wie auch der Masianer und Massiner, zu den Mazurkaformen. Der Tanz wurde 1937 im Fersental in Südtirol aufgezeichnet. Seit 2009 tanzen wir ihn in den Übungsabenden des Volkstanzkreis Freising, auf öffentlichen Tanzfesten habe ich ihn noch nicht gesehen.
Musikquelle: CD5 "Volksweisen aus Tirol", CD 350914; LC8453.
Bezugsquelle: Tyrolis Muskverlag, D-82481 Mittenwald, Klammstraße 27.
Tanzbeschreibung
Beliebig viele Paare auf der Tanzfäche. Normale Tanzhaltung, der Bursch mit dem Rücken zur Kreismitte (Stirndoppelkreis). Die Füße stehen parallel nebeneinander. Keine Tanzbewegung während des Vorspiels. Die Musik ist im ¾ Takt gesetzt.
Takt Schritte und Bewegungen
1. Figur: Zwei schleifende Ausfallschritte in Tanzrichtung und jeweils
                halbe Drehung gegen ↶ bzw. im Uhrzeigersinn ↷.
1,2 Der Bursch steht auf dem rechten, das Dirndl auf dem linken Fuß. Beide machen mit dem freien Fuß, er mit links sie mit rechts, einen Ausfallschritt in Tanzrichtung und ziehen ihn dann wieder zurück. Das heißt er schiebt seinen linken Fuß etwa einen halben Meter weit in Tanzrichtung, die Fußspitze etwas gegen den Uhrzeigersinn  in Tanzrichtung gedreht, der Ballen schleift über den Boden, die Ferse ist leicht angehoben, zieht den Fuß dann schleifend wieder zurück und stellt ihn ohne Gewichtsübertragung neben den rechten Fuß. Das Dirndl macht mit dem rechten Fuß die gegengleiche Bewegung. Damit dieser Ausfallschritt gelingt, müssen beide im Knie des Standbeins ein wenig einknicken.
Im zweiten Takt wird der Ausfallschritt wiederholt, wie soeben beschrieben. Am Ende von Takt 2 belastet er den linken und sie den rechten.
3,4 Beide machen mit vier kleinen Schritten eine halbe Drehung gegen den Uhrzeigersinn  um die Paarachse. Er startet mit dem rechten, sie mit dem linken Fuß. Es ist darauf zu achten, daß die Oberkörper und die Arme bei der Drehung nicht auf und ab wippen. Am Ende von Takt 4 steht er auf dem Außenplatz mit der Front zur Kreismitte, das Dirndl in unveränderter Tanzhaltung ihm gegenüber. Er belastet den linken, sie den rechten Fuß. Ein Ausstellen der Fußspitzen am Ende der Drehung wie z.B. beim Massiner gibt es nicht.
5-8 Es folgen zwei Ausfallschritte in Tanzrichtung, er mit rechts, sie mit links, und dann eine gemeinsame halbe Drehung im Uhrzeigersinn  um die Paarachse entsprechend den Bewegungen und Angaben in den Takten 1-4. Er startet die Drehung mit links, sie mit rechts. Am Ende von Takt 8 hat jedes Paar wieder die Ausgangsstellung, er steht mit dem Rücken zur Kreismitte.
2. Figur: Halbe Drehungen gegen ↶ und im Uhrzeigersinn ↷.
1,2 Die Paare machen in normaler Tanzhaltung mit vier kleinen Schritten eine halbe Drehung gegen den Uhrzeigersinn  um die Paarachse. Der Bursch beginnt mit dem rechten, das Dirndl mit dem linken Fuß. Kein Ausstellen der Füße am Ende der Drehung.
3,4 Mit vier kleinen Schritten eine halbe Drehungen im Uhrzeigersinn  um die Paarachse. Der Bursch beginnt mit dem linken, das Dirndl mit dem rechten Fuß.
3. Figur: Ganze Drehungen gegen ↶ und im Uhrzeigersinn ↷.
1-4 Die Paare machen in normaler Tanzhaltung mit acht kleinen Schritten eine ganze Drehung gegen den Uhrzeigersinn  um die Paarachse. Der Bursch beginnt mit dem rechten, das Dirndl mit dem linken Fuß. Kein Ausstellen der Füße am Ende der Drehung.
5-8 Mit acht kleinen Schritten eine ganze Drehungen im Uhrzeigersinn  um die Paarachse. Der Bursch beginnt mit dem linken, das Dirndl mit dem rechten Fuß.
Am Ende von Takt 8 steht er auf dem rechten und sie auf dem linken Fuß, er mit dem Rücken zur Kreismitte, beide in Anfangshaltung.

Damit ist ein Durchgang beendet. Der Tanz setzt sich fort mit dauernder Wiederholung der Figuren 1 bis 3.