Ausgabe November 2010, Walter Bucksch, www.volkstanzkreis-freising.de

Schwefelhölzl

Das Schwefelhölzl ist ein Dreiertanz, den Karl Horak in St. Margareten im Burgenland nach Angaben von Kapellmeister Unger aufgezeichnet hat. Wann das war und wie alt der Tanz ist, ist mir nicht bekannt. In der Münchner Gegend ist mir dieser Volkstanz auf einem öffentlichen Ball noch nicht begegnet. Er wird aber in manchen Tanzkreisen gepflegt.
Musikquelle: CD "Volkstänze aus dem Burgenland", VVB01.
Produktion: Volkstanzverband Burgenland.
Tanzbeschreibung
Ein Bursch steht mit je einem Dirndl zur Rechten und zur Linken auf der Kreisbahn. Die Innenhände sind gefaßt und werden brusthoch gehalten, die Arme sind angewinkelt (Führungsfassung). Die Gruppen sind auf der Kreisbahn so angeordnet, daß ein Dreiergespann in, das nächste gegen Tanzrichtung schaut (Flankenkreis). Je zwei sich gegenüberstehende Gruppen tanzen in Figur 1 miteinander und sollten zwei bis drei Meter Abstand voneinander haben. Günstiger ist es, wenn mehrere Dreiergruppen auf der Tanzfläche nebeneinander stehen mit einer entsprechend Anzahl von Dreiergruppen gegenüber und eine oder zwei Gassen bilden. Die Musikalische Einleitung ohne Tanzbewegung abwarten.
Takt Schritte und Bewegungen
1. Figur: Die Dreiergruppen gehen vor und zurück.
1-3 Die Dreiergruppen gehen aufeinander zu. Auf das erste Viertel eines jeden Taktes machen die Tanzenden einen Gehschritt. Alle beginnen mit dem linken Fuß, keine Dreierschritte machen!
4 In Takt 4 stellt der Bursch den rechten Fuß ohne Belastung bei, macht eine Verbeugung und begrüßt so den Burschen gegenüber. Die Dirndl lassen den rechten Fuß in der Position, in der er in Takt 3 war (stellen ihn also nicht bei) und machen einen Knicks.
5-8 Mit den rechten Füßen beginnend gehen die einzelnen Dreiergruppen rückwärts mit Gehschritten zum Ausgangsplatz zurück. In Takt 8 stellen alle den linken Fuß neben den rechten. Damit ist wieder die Ausgangsstellung von Figur 1 erreicht. In Takt 8 unterbleiben die Verbeugung und der Knicks.
9-16 Das Vor- und Zurückgehen der Dreiergruppen wird wiederholt, wie in den ersten 8 Takten von Figur 1 beschrieben. Am Ende von Takt 16 werden alle Handfassungen gelöst.
2. Figur: Achter Gehen mit "einfacher" Drehung.
1-4 Der Bursch und das rechte Dirndl wenden sich zueinander, sie hängen sich rechtsarmig ein und kreisen, mit dem rechten Fuß beginnend, einmal mit vier Gehschritten im Uhrzeigersinn um die gemeinsame Achse. Er stampft in der ersten Zählzeit des ersten Taktes einmal mit dem rechten Fuß auf. Am Ende von Takt 2 hat er wieder die Front zur Dreiergruppe gegenüber, löst sich vom rechten Dirndl, hängt sich linksarmig mit dem linken Dirndl ein und kreist mit ihr einmal gegen den Uhrzeigersinn um die gemeinsame Achse. In der ersten Zählzeit von Takt 3 stampft der Bursch einmal. Am Ende von Takt 4 hat er wieder die Front zur Dreiergruppe gegenüber. Auf diese Weise geht der Bursch die Figur einer "Acht" ab, wobei er erst das rechte und dann das linke Dirndl mit sich dreht.
Während der Bursch mit dem rechten Dirndl kreist, dreht sich das linke Dirndl auf einem kleinen Kreis einmal alleine im Uhrzeigersinn und beginnt die Figur einer "Acht", die der Bursch in den Takten 3 und 4 mit ihr vollendet. In der Zeit, in der der Bursch mit dem linken Dirndl beschäftigt ist, vollendet das rechte Dirndl durch Gehen auf einem kleinen Kreis gegen den Uhrzeigersinn ihre "Acht".
5-16 Das Achtergehen, wie in den Takten 1-4 der zweiten Figur beschrieben, wird noch dreimal wiederholt, also insgesamt viermal ausgeführt. Am Ende von Takt 16 nimmt der Bursch wieder Führungsfassung mit seinen Dirndln ein wie am Anfang des Tanzes.
Da die Musik in Figur 2 recht schnell ist, müssen die Dirndl am Ende ihrer eigenen Drehung dem Burschen etwas entgegen gehen, sonst können die Paare die Figur nicht rechtzeitig beenden. Auf keinen Fall dürfen die Dirndl ihre Einzeldrehung großräumig tanzen und sich so von den anderen beiden der Gruppe unnötig weit entfernen. Der Tanz würde sonst hektisch wirken.

Damit ist ein Durchgang des Tanzes beendet. Wiederholungen beginnen mit Figur 1.