Ausgabe Januar 2011, Walter Bucksch, www.volkstanzkreis-freising.de

Sommermorgenwalzer

Der Sommermorgenwalzer ist vor etwa einem Jahr (2010) in unserer Gegend bekannt geworden. Viel habe ich bisher nicht über ihn herausgefunden. Er stammt aus den Niederlanden, genauer aus Westfriesland. Friesland ist der Küstenstreifen an der Nordsee, der vom Jadebusen (Wilhelmshaven) bis zum Ijsselmeer (Zuidersee) in Holland reicht.
Dieser Walzer wird oft beim Seniorentanz eingesetzt, teilweise auch im Sitzen. Er eignet sich beim "normalen" Volkstanz, so wie etwa der Familienwalzer, zum gegenseitigen Kennenlernen oder zum Verabschieden am Ende einer öffentlichen Veranstaltung. Bisher habe ich ihn noch nicht auf öffentlichen Tanzfesten angetroffen, er wird z.Zt. aber in mehreren Tanzkreisen in unserer Gegend gepflegt.
Musikquelle:  Lehrgangs-MC.
Tanzbeschreibung
Beliebig viele Paare auf der Kreisbahn, das Dirndl steht rechts vom Burschen, Hände im Stirnkreis durchgefaßt, Arme locker hängen lassen, alle haben die Front zur Kreismitte. Sollte es mit allen Tanzwilligen auf der Tanzfläche zu eng werden, können ohne weiteres zwei (konzentrische) Kreise gebildet werden. Einleitung ohne Tanzbewegung abwarten.
Takt Schritte und Bewegungen
1. Figur: Gemeinsames Vor- und Zurückgehen.
1,2 Alle beginnen mit dem linken Fuß und gehen gleichzeitig mit zwei kleinen Dreierschritten in Richtung Kreismitte. Dabei werden die gefaßten Hände langsam nach vorne und etwa bis in Hüfthöhe nach oben geführt.
3,4 Alle kehren mit zwei Dreierschritten, rückwärts gehend, auf ihren Ausgangsplatz auf der Kreisbahn zurück. Die Arme hängen wieder zwanglos herab.
5-8 Wiederholung des Hin- und Hergehens, wie in den Takten 1 bis 4 beschrieben. Am Ende von Takt 8 werden die Handfassungen gelöst.
2. Figur: Handtour mit dem linken und rechten Partner.
1-4 Alle wenden sich mit einer Vierteldrehung dem fremden Partner zu. Die Burschen drehen sich gegen den , die Dirndl im Uhrzeigersinn , sodaß sie paarweise linksschultrig nebeneinander zu stehen kommen. Er befindet sich auf dem Innenplatz und hat die Front gegen, sie auf dem Außenplatz mit der Front in Tanzrichtung. Die Paare nehmen linkshändige Handtourfassung ein:
Bursch und Dirndl halten die linken Oberarme waagerecht und die Unterarme aufwärts gewinkelt, die Ellenbogen liegen aneinander. Die Innenhandflächen sind in Kopfhöhe so gegeneinander gelegt, daß jeder die Außenseite der Hände des Partners sieht. Die freien Hände liegen "aufgeräumt" am Rücken. In dieser Position machen alle Paare eine ¾ Drehung gegen den Uhrzeigersinn  um die Paarachse. Nun stehen alle Tanzenden auf der Kreisbahn und lösen die Handfassungen. Die Burschen haben die Front, die Dirndl den Rücken zur Kreismitte.
5-8 Alle wenden sich dem eigenen Partner zu - die Dirndl stehen ja neben ihrem eigenen Burschen - und nehmen mit ihm rechtshändige Handtourfassung ein. Diese ist gegengleich zur oben beschriebenen linkshändigen Handtourfassung. Die Paare drehen sich einmal im Uhrzeigersinn  um die Paarachse und wenden sich danach zueinander: Er macht eine ¼ Drehung im , sie eine solche gegen den Uhrzeigersinn . Die Burschen haben nun die Front in, die Dirndl gegen Tanzrichtung. Die rechten Hände bleiben gefaßt, werden jedoch auf etwa Hüfthöhe abgesenkt. Die rechten Arme werden mäßig gestreckt, soweit es der Platz zuläßt.
3. Figur: Zueinander, auseinander, weitergehen zum nächsten Partner.
1,2 Die Paare tanzen mit einem Dreierschritt auf der Kreisbahn zueinander und heben dabei die gefaßten rechten Hände bis etwa in Kopfhöhe. In Takt 2 tanzen sie wieder auseinander, jeder rückwärts auf der Kreisbahn, senken die gefaßten Hände und erreichen die Position, die sie am Anfang von Figur 3 hatten.
3,4 Mit zwei Dreierschritten gehen die Paare rechsschultrig aneinander vorbei, der Bursch in Tanzrichtung, das Dirndl dagegen, lösen die Handfassung mit eigenen Dirndl und fassen die linke Hand des Entgegenkommenden. Die neuen Paare sollten sich am Ende von Takt 4 nicht zu nahe kommen, sondern etwas Abstand voneinander einhalten, damit sie im nächsten Takt noch Platz haben, aufeinander zugehen zu können.
5-8 In der Fassung links in links tanzen die neuen Paare mit zwei Dreierschritten auf der Kreisbahn zueinander und auseinander und gehen dann mit zwei weiteren Dreierschritten linksschultrig aneinander vorbei zum nächsten Partner. Dabei lassen die Burschen das Dirndl an der linken Hand los und ergreifen die rechte Hand des nächsten Dirndls.
9-16 Dieses Zueinander, Auseinander und Weitergehen zum nächsten Partner wird wiederholt wie in den Takten (1-8) beschrieben. Am Ende von Takt 16 ist jeder Bursch beim fünften Dirndl angekommen, wenn man die eigene mitzählt, mit der man das Zueinander und Auseinander zu Beginn der Figur 3 begonnen hat. Die neuen Paare nehmen normale Tanzhaltung ein (d.h. er legt seine rechte Hand auf den Rücken seines Dirndls, sie legt ihre linke Hand auf seinen rechten Oberarm und ihre rechte in die seitwärts gehaltene linke Hand des Burschen).
4. Figur: Seitlicher Dreier- und Beistellschritt Richtung Kreismitte und zurück, Walzer.
1-4 Mit dem neuen Partner tanzen die Paare einen seitlichen Dreierschritt Richtung Kreismitte und stellen dann den freien Fuß (er den rechten, sie den linken) ohne Gewichtsübertragung bei. Mit dem Spielbein beginnend, tanzen die Paare einen Dreierschritt zurück Richtung Kreisbahn und stellen den freien Fuß (er den linken, sie den rechten) bei. Er hat die Front, sie den Rücken in Tanzrichtung.
5-8 In normaler Fassung tanzen die Paare vier Takte Rechtswalzer und machen dabei, je nach Drehfreudigkeit der Beteiligten, ein oder zwei Drehungen im Uhrzeigersinn . Der Bursch muß auf jeden Fall darauf achten, daß er am Ende von Takt 8 wieder mit der Front in Tanzrichtung steht.
9-16 Der seitliche Dreier- und Beistellschritt Richtung Kreismitte und zurück werden wiederholt und danach vier Takte Walzer getanzt wie in den ersten acht Takten der Figur 4 beschrieben. Ist ein weiterer Durchgang des Tanzes zu erwarten, klappen die Paare zum Stirnkreis auf und fassen durch. Wenn nicht, bleiben die Paare stehen und der Bursch bedankt sich bei seiner Tänzerin.

Damit ist ein Durchgang beendet. Der Tanz kann mehrere Male, jeweils ab Figur 1, wiederholt werden.