Ausgabe Oktober 2006, Walter Bucksch, www.volkstanzkreis-freising.de

Treskowitzer Menuett

Treskowitz ist ein Ort in Südmähren (Tschechien) nahe Znaim (Znojmo) an der Grenze zu Niederösterreich, ca. 50 km südwestlich von Brünn (Brno) und etwa 75 km nordwestlich von Wien. Das gleichnamige Menuett entstand durch Nachahmung und gleichzeitiger Vereinfachung höfischer Tänze, der Quadrillen. Walter Tittor hat das Treskowitzer Menuett 1935 aufgezeichnet. In der Münchner Gegend sieht man es gelegentlich auf öffentlichen Volkstanzfesten.
Musikquelle: CD "Sudetendeutsche Volkstänze", Folge 1, Prod. Nr. E6
Vertrieb: Bayrischer Landesverein für Heimatpflege e.V., Ludwigstr. 23 Rgb., 80539 München.
Tanzbeschreibung
Vier Paare in Kreuzaufstellung; sie stehen jeweils in der Mitte einer Seite eines gedachten Quadrates. Paar eins schaut zur Musik oder wird sonstwie willkürlich bestimmt. Die weiteren Paare werden im Kreis gegen den Uhrzeigersinn durchnummeriert. Dem Paar eins gegenüber steht Paar drei. Rechts von Paar eins befindet sich Paar zwei, diesem gegenüber Paar vier. Die Paare eins und drei sind die Hauptpaare, die anderen die Nebenpaare. Bursch und Dirndl stehen jeweils nebeneinander, sie rechts neben ihm, in offener Führungsfassung, d.h. die Innenhände sind gefaßt und die Unterarme in etwa waagerecht gehalten. Die freien Arme liegen zwanglos am Rücken oder sind sonstwie "aufgeräumt".
Takte Schritte und Bewegungen
Einleitung
1-4 Während der musikalischen Einleitung begrüßen die Burschen erst ihre eigenen Dirndl und dann die Dirndl zur Linken mit Kopfnicken.
1. Figur: Es begrüßen sich die Haupt- und Nebenpaare.
1,2 Die Hauptpaare gehen mit vier ruhigen Schritten, mit den Außenfüßen beginnend, aufeinander zu und stellen im zweiten Viertel des zweiten Taktes den rechten Fuß bei oder ein klein wenig vor. Die Burschen begrüßen das Dirndl mit einer kleinen Verbeugung (Kopfnicken), die Dirndl machen einen Knicks.
3,4 Mit den Außenfüßen beginnend gehen die Hauptpaare mit vier Schritten, rückwärts auf den Ausgangsplatz zurück, machen in der zweiten Zählzeit des vierten Taktes mit den Außenfüßen eine Schlußschritt, wenden sich zueinander, begrüßen den eigenen Partner mit einer kleinen Verbeugung, und nehmen wieder Ausgangshaltung ein.
5-8 Die Nebenpaare begrüßen sich in der gleichen Weise.
2. Figur: Kreuzgang der Dirndl, Platzwechsel der Burschen.
In den folgenden acht Takten gehen die Dirndl auf einem geraden Weg zweimal von ihrem Platz aus zur Mitte des Vierecks und zurück. Die Burschen gehen im Uhrzeigersinn auf die frei werdenden Plätze der Dirndl, machen somit viermal einen Platzwechsel und kommen dabei einmal ganz herum wieder zum eigenen Dirndl zurück. Im einzelnen wird diese Figur wie folgt getanzt:
1,2 Die Burschen lösen die Handfassung mit dem eigenen Dirndl, wenden sich mit einer kleinen Drehung gegen den Uhrzeigersinn dem Dirndl auf ihrer linken Seite zu und ergreifen mit der rechten Hand ihre entgegengestreckte rechte. (Z.B.: Bursch 1 ergreift die rechte von Dirndl 4, Bursch 4 die von Dirndl 3 usw.) Sodann geht er auf geradem Weg auf den Platz des Dirndls während er sie geradeaus in die Mitte des Quadrates führt. Im Verlauf des jeweiligen Weges dreht er sich im Uhrzeigersinn zum Blick zur Mitte und sie macht eine halbe Drehung im Uhrzeigersinn zum Blick nach außen. Bursch 1 und Dirndl 4 begrüßen sich mit einer leichten Verbeugung und lösen dann die Handfassung. Die anderen Burschen und Dirndl führen die Bewegungen in entsprechender Weise aus.
Die Dirndl stehen nun in der Mitte, Rücken an Rücken, und schauen nach außen, die Burschen sind um einen Platz im Uhrzeigersinn weiter gekommen und haben Front zur Mitte.
3,4 Die Burschen ergreifen mit der linken Hand die ihnen entgegengestreckte linke des nächsten Dirndls. Dieses steht rechts neben dem Dirndl, das der Bursch in den Takten 1 und 2 in die Mitte geführt hat. (Z.B.: Bursch 1 ergreift die linke von Dirndl 3, Bursch 4 die von Dirndl 2 usw.), führen sie auf geradem Weg zurück auf ihren Ausgangsplatz im Außenkreis und gehen selbst auf den Innenplatz, den dieses Dirndl gerade verlassen hat. Die Burschen stehen dort Rücken an Rücken und schauen nach außen. Im Verlauf des jeweiligen Weges macht er eine viertel Drehung gegen den Uhrzeigersinn zum Blick nach außen und sie dreht sich ein halbes mal gegen den Uhrzeigersinn und schaut anschließend zur Mitte. Bursch 1 und Dirndl 3 begrüßen sich mit einer leichten Verbeugung und lösen dann die Handfassung. Die anderen Burschen und Dirndl führen die Bewegungen entsprechend aus.
5-8 Der Bursch und das nächste Dirndl im Kreis reichen sich die rechten Hände (Z.B.:Bursch 1 ergreift die rechte von Dirndl 2, Bursch 4 die von Dirndl 1 usw.) und dann werden die Tanzbewegungen in der zweiten Hälfte der 2. Figur in der gleichen Weise ausgeführt wie in den Takten 1-4 in ersten Hälfte beschrieben. Die Dirndl gehen also noch einmal auf geradem Weg in die Mitte und zurück und die Burschen wandern um zwei Plätze im Uhrzeigersinn weiter. Am Ende stehen sie in der Mitte, Rücken an Rücken, und schauen ihre eigenen Dirndl an, die sich am alten Platz im Außenkreis mit Front zur Mitte befinden.
3. Figur: Walzerrundtanz der vier Paare auf einer kleinen Kreisbahn.
1-16 Die Burschen gehen einen Schritt auf ihre Dirndl zu, nehmen Rundtanzfassung (vorzugsweise Körblfassung) ein und tanzen auf einem kleinen Kreis Walzer in Tanzrichtung um den Platz, den sie für die ursprüngliche Kreuzaufstellung benötigt haben. Es ist darauf zu achten, daß alle gleich schnell tanzen, nicht überholen und am Ende des 16. Taktes wieder am Ausgangsplatz stehen.
1-16 Je nach Musik können noch eimal 16 Takte angehängt und ohne Unterbrechung eine zweite Runde Walzer auf der kleinen Kreisbahn getanzt werden. Am Ende einer eventuellen Verlängerung stehen auf jeden Fall alle wieder am Ausgangsplatz und nehmen offene Führungsfassung ein.

Damit ist ein Durchgang des Tanzes beendet. Das Menuett wird meistens zwei- oder viermal getanzt. In weiteren Durchspielen können sich die Haupt- und Nebenpaare mit dem Beginn der Begrüßungszeremonie abwechseln.