Ausgabe August 2010, Walter Bucksch, www.volkstanzkreis-freising.de

Waldegger

Der Tanz "Waldegger" ist in Bayern und Oberösterreich bekannt, in der Münchner Gegend aber nur gelegentlich in Volkstanzseminaren zu finden und nur äußerst selten ein Programmpunkt auf öffentlichen Tanzfesten. Getanzt habe ich ihn einmal auf einer Veranstaltung im Kolpinghaus St. Theresia in München in der Hanebergstraße im Jahre 2001 mit der Starnberger Tanzlmusi und dabei die Aufzeichnungen gemacht, die die Grundlage der folgenden Tanzbeschreibung bilden. Der "Waldegger" gehört zur Familie der Rheinländer wie z.B. auch der Tanz "Druck' na zua" mit dem er große Ähnlichkeit hat.
Musikquelle:  Lehrgangs-MC.
Tanzbeschreibung
Beliebig viele Paare auf der Kreisbahn. Bursch und Dirndl stehen sich gegenüber, er mit dem Rücken, sie mit der Front zur Kreismitte. Die "Innenhände" (seine rechte, ihre linke Hand) sind in Hüfthöhe gefaßt. Die freien Hände liegen "aufgeräumt" am Rücken. Keine Tanzbewegung während des Vorspiels.
Takt Schritte und Bewegungen
1. Figur: Tupfen und Dirndl im Uhrzeigersinn ↷ drehen.
1 Der Bursch stellt seinen linken Fuß etwas zur Seite in Tanzrichtung und belastet ihn. Mit dem rechten Fuß tupft er über d.h. er berührt mit der rechten Fußspitze schräg links vor dem linken Fuß den Boden. Das Dirndl macht die Bewegung gegengleich: Sie stellt den rechten Fuß in Tanzrichtung und tupft mit dem linken Fuß über. Beider Fußspitzen bewegen sich in die gleiche Richtung und kommen sich dabei recht nahe.
2 Er stellt seinen rechten Fuß zurück, belastet ihn und tupft mit dem linken Fuß gegen Tanzrichtung über. Das Dirndl macht die Bewegung gegengleich. Während des Tupfens werden die gefaßten Innenhände leicht in und gegen Tanzrichtung mitgeführt.
3,4 Der Bursch hebt die rechte Hand mit der gefaßten linken des Dirndls über Kopfhöhe, damit sie sich zweimal unter diesen im Uhrzeigersinn  drehen kann. Während sie sich am Platze um die eigene Achse dreht, tritt er die vier Schritte auf der Stelle (li, re, li, re).
2. Figur: Tupfen und paschen.
5,6 Das Tupfen mit den Füßen wird einmal wiederholt wie in den Takten 1 und  2 beschrieben.
7,8 Handfassung lösen, Gegenüberstellung beibehalten.
Beide schlagen auf die eigenen Schenkel, wobei das Dirndl den Schlag nur andeutet, dann vor dem Oberkörper je einmal in die eigenen Hände und zuletzt in Schulterhöhe dreimal in die ungleichnamigen Hände des Partners, rechts in links und links in rechts.
Kurzfassung des Paschens: Schenkel, eigen, fremd, fremd, fremd.

Damit ist ein Durchgang des Tanzes beendet. Die Figuren können beliebig oft wiederholt werden.