Ausgabe November 2009, Walter Bucksch, www.volkstanzkreis-freising.de

Wenzelpolka

Der Name Wenzel und der im Liedtext erwähnte Grenzer deuten darauf hin, daß die Wenzelpolka wohl aus dem Bayrisch-Böhmischen Grenzgebiet stammt. Wer sie wann und wo aufgeschrieben hat, ist mir nicht bekannt. Kennen gelernt habe ich diesen Tanz bei Erwin Tessaro 1989 auf einer Tanzwoche in Spiegelau. Auf öffentlichen Tanzfesten kommt die Wenzelpolka selten vor, wir pflegen sie aber im Volkstanzkreis Freising. Die Tanzbeschreibung basiert auf Notizen, die ich während der genannten Tanzwoche gemacht habe.
Musikquelle:  Lehrgangs-MC.
Tanzbeschreibung
Beliebig viele Paare auf der Tanzfäche. Normale Tanzhaltung, der Bursch mit Blick in Tanzrichtung. Keine Tanzbewegung während der Einleitung.
Takt Schritte und Bewegungen
1. Figur: Zwei Wechselschritte quer zur Tanzrichtung.
1,2 Bursch und Dirndl machen im ersten Takt einen Wechselschritt Richtung Kreismitte und im zweiten Takt eine Wechselschritt nach kreisaußen. Er beginnt mit dem linken, sie mit dem rechten Fuß. Beim letzten Schritt des zweiten Taktes dreht der Bursch seinen rechten Fuß bereits etwas im Uhrzeigersinn , um die zweite Figur einzuleiten.
2. Figur: Vier Gehschritte mit Drehung im ↷ und gegen den Uhrzeigersinn ↶.
3,4 Zu Beginn von Takt 3 vollendet das Paar die am Ende von Takt 2 begonnene, gemeinsame, halbe Drehung im Uhrzeigersinn . Dazu macht der Bursch mit seinem linken Fuß einen Schritt rückwärts, und dreht sich dabei vollends mit dem Rücken in Tanzrichtung, das Dirndl dreht sich mit und hat nun die Front in Tanzrichtung. Dann machen beide in normaler Tanzhaltung einen weiteren Gehschritte auf der Kreisbahn, er rückwärts, sie vorwärts, wobei er mit dem rechten Bein rückwärts fortfährt.
Während der zwei Schritte in Takt 4 gehen beide in Tanzrichtung weiter, er rückwärts (linkes Bein, rechtes Bein), sie vorwärts (rechtes Bein, linkes Bein), und drehen sich am Ende von Takt 4 gegen den Uhrzeigersinn  wieder in die Anfangsstellung zurück.
Die Tanzenden sollen darauf achten, daß die Drehungen nicht ruckartig sondern weich fließend und bogenartig ausgeführt werden.
3. Figur: Linkspolka
5-8 Bursch und Dirndl tanzen in normaler Tanzhaltung vier Takte Linkspolka, sie drehen sich dabei einmal gegen den Uhrzeigersinn . Der Bursch muß darauf achten, daß er am Ende von Takt 8 wieder die Front in Tanzrichtung hat, damit sich übergangslos der Wechselschritt Richtung Kreismitte der folgenden Wiederholung ausführen läßt.

Damit ist ein Durchgang der Wenzelpolka beendet. Der Tanz setzt sich fort mit dauernder Wiederholung der Figuren 1-3. Zu diesem Tanz gibt es einen Singtext, der jeweils in den ersten zwei Figuren jedes zweiten Durchgangs gesungen wird. Während der Linkspolka wird nicht gesungen:

  Da Wenzel kimmt, da Wenzel kimmt, da Wenzel is schon då.
Da Wenzel is in Dreck nei g'falln, und keiner putzt 'n å!

Da Wenzel kimmt, da Wenzel kimmt, da Wenzel is schon då.
Da Wenzel hat sich d' Nasen g'frört, es häutelt ihn schon å.

Ja Himme tausend sapperment, da Wenzel hat si aufi g'hängt!
Laßts 'n hängen, laßts 'n hängen, der Grenzer schneid 'n å.