Ausgabe April 2014, Walter Bucksch, www.volkstanzkreis-freising.de

Woaf als Wechseltanz im Kreis

Der oder auch die Woaf stammt in seiner originalen Fassung aus den 1920iger Jahren aus der ehem. Sprachinsel Schönhengstgau in Tschechien an der böhmisch-mährischen Grenze. (Siehe hierzu auch die Tanzbeschreibung "Woaf" auf unserer Internetseite.) Inzwischen haben sich Varianten herausgebildet, bei denen dieser Tanz im Kreis als Wechseltanz getanzt wird. In Dancilla wird Franz Fuchs als Autor genannt. Die hier vorgestellte Tanzbeschreibung gibt die Version wider, die in der Gegend um München häufig getanzt wird. Wann diese enstanden ist, ist mir nicht bekannt. Die Musik zum Woaf als Wechseltanz ist die gleiche wie die, die auf der CD "Sudetendeutsche Volkstänze", Folge 1 zu finden ist. Es soll noch weitere Tanz-Versionen geben, die ich aber nicht kenne.
Musikquelle: CD "Sudetendeutsche Volkstänze", Folge 1, Prod. Nr. E6
Vertrieb: Bayrischer Landesverein für Heimatpflege e.V., Ludwigstr. 23 Rgb., 80539 München.
Tanzbeschreibung
Beliebig viele Paare auf der Kreisbahn, Bursch und Dirndl stehen nebeneinander auf der Kreisbahn, er hat sein Dirndl an seiner rechten Seite. Alle schauen zur Kreismitte, die Arme hängen zwanglos herab, die Hände sind durchgefaßt (Stirnkreis). Die Musik ist im dreiviertel Takt. Keine Tanzbewegung während des Vorspiels. Der Tanz ist ruhig, ohne Hektik.
Takt Schritte und Bewegungen
1. Figur: Nachstellschritte gegen und in Tanzrichtung, Fersen heben und senken.
1 Erste Zählzeit: Alle beginnen mit dem linken Fuß und stellen ihn im ersten Viertel etwa einen fußbreit seitwärts auf der Kreisbahn nach links (gegen Tanzrichtung) und belasten ihn.
Zweite Zählzeit: Alle stellen den rechten Fuß neben den Linken. Beide Füße werden gleichmäßig belastet (Nachstellschritt).
Dritte Zählzeit: Alle heben beide Fersen etwas an und senken sie wieder ab. Am Ende der dritten Zählzeit entlastet man den linken Fuß, damit man ihn im nächsten Takt frei hat, den nächsten Nachstellschritt zu machen. Die Arme schwingen dabei ganz leicht vor und zurück.
2 Es folgt ein weiterer Nachstellschritt seitwäts nach links mit Fersen Heben und Senken, wie oben beschrieben.
3,4 Es folgen zwei Nachstellschritte wie in den Takten 1 und 2 beschrieben, jedoch nach rechts (in Tanzrichtung): Alle stellen in der ersten Zählzeit des dritten Taktes den rechten Fuß nach rechts zur Seite, belasten ihn und holen den linken Fuß in der zweiten Zählzeit nach. Beide Füße sind belastet. Alle heben und senken in der dritten Zählzeit beide Fersen und schwingen die Arme etwas vor und zurück. In Takt 4 wird die Bewegung von Takt 3 wiederholt.
2. Figur: Nachstellschritte vorwärts und rückwärts, Fersen heben und senken.
5,6 Mit dem linken Fuß beginnend, machen alle zwei Nachstellschritte zur Kreismitte: Der linke Fuß wird vorgestellt und belastet. Dann stellen alle den rechten Fuß neben den Linken und belasten auch ihn. In der dritten Zählzeit heben und senken alle die Fersen. Die Hände bleiben durchgefaßt und schwingen leicht mit.
Der Bewegungsablauf in Takt 6 ist identisch mit dem des Taktes 5: Nachstellschritt zur Mitte, Fersen heben und senken.
7,8 Wieder mit dem linken Fuß beginnend, machen alle zwei Nachstellschritte rückwärts nach kreisaußen und kommen so wieder auf den Ausgangsplatz auf der Kreisbahn zurück. Fersen heben und senken wie gehabt.
3. Figur: Nachstellschritte gegen und in Tanzrichtung, Fersen heben und senken.
1-4 Die dritte Figur ist identisch zu der ersten: Mit dem linken Fuß beginnend, machen alle zwei Nachstellschritte seitwärts nach links und anschließend, mit dem rechten Fuß beginnend, zwei Nachstellschritte nach rechts, jeweils mit Heben und Senken beider Fersen. Die Hände bleiben durchgefaßt, die Arme schwingen ein wenig mit.
4. Figur: Platzwechsel der Dirndl von rechts nach links.
                Vor- und zurückgehen; Schlußschritt.
5,6 Die Paare lösen die Handfassung zu den Nachbarpaaren, Bursch und Dirndl halten die Innenhandfassung bei (seine rechte Hand hält ihre Linke). Er führt sein Dirndl mit sechs kleinen Schritten (mit zwei Dreierschritten) in einem kleinen Halbkreis gegen den Uhrzeigersinn  von rechts nach links vor sich auf seine linke Seite, wobei er ihr ein wenig rückwärts ausweicht, d.h. er macht zwei kleine Dreierschritte, den ersten rückwärts, den zweiten vorwärts. Alle fassen wieder zum Stirnkreis durch. Das Dirndl ist auf diese Weise um einen Burschen gegen Tanzrichtung weitergekommen, der Bursch aber fast an der Stelle geblieben.
7 Es folgt ein Dreierschritt: In der ersten Zählzeit machen alle mit dem linken Fuß einen Schritt zur Kreismitte, und treten in den Zählzeiten zwei und drei die anderen beiden Schritte nebeneinander auf der Stelle.
8 Beide machen in der ersten Zählzeit mit dem rechten Fuß einen Schritt rückwärts und stellen in der zweiten Zählzeit den linken Fuß bei. In der dritten Zählzeit ist Pause. Diese Fußbewegung entspricht dem Schlußschritt beim "normalen" Woaf, bei dem die Schritte allerdings eher seitwärts getanzt werden. Am Ende von Takt 8 stehen alle wieder in Anfangsstellung auf der Kreisbahn. Daß der Bursch nun ein anderes Dirndl rechts neben sich hat, ist dabei für die Anfangsaufstellung ohne Bedeutung.

Mit diesen Figuren ist ein Durchgang des Woafs als Wechseltanz im Kreis beendet. Weitere Durchgänge beginnen wieder mit Figur 1: Nachstellschritt auf der Kreisbahn für alle mit dem linken Fuß nach links.